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Chronologie
Zeitplan
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Hier können Sie den Zeitplan für die IASB-Projekte einsehen |
IASC veröffentlicht Thesenpapier
Am 30. November 2000 veröffentlichte das IASC ein Thesenpapier zur Rechnungslegung von Forschungs- und Produktionstätigkeiten von
Unternehmen der Bergbau-, Öl- und Gasbranche gemeinsam als Rohstoffindustrien bezeichnet. Die Kommentierungsfrist lief
am 30. Juni 2001 ab. Die englischsprachige Presseerklärung zum Thesenpapier können Sie hier einsehen.
Zusammenfassung des Thesenpapiers
Das Thesenpapier stellt die erste Stufe eines Projekts zur
Entwicklung eines Bilanzierungsstandards für die
Rohstoffindustrien dar. Im Thesenpapier werden die verschiedenen
Bilanzierungs- und Berichtssachverhalte, Alternative Lösungen,
Argumente für und gegen die Alternativen sowie
Hintergrundinformationen einschließlich einer Zusammenfassung
der relevanten Literatur aus dem akademischen Bereich und einer
Zusammenfassung der Bilanzierungsstandards in verschiedenen
Ländern dargestellt. Ein Lenkungsausschuss und Stabsmitarbeiter
des IASB sind für die Entwicklung des Thesenpapiers
verantwortlich. Vorläufige Sichtweisen des Lenkungsausschusses
zu einer Reihe von Sachverhalten werden in dem Thesenpapier
ebenfalls enthalten sein.
Das IASC-Projekt hat lediglich 'Upstream'-Aktivitäten zum
Gegenstand, d.h. die Suche nach und die Verarbeitung von
Bodenschätzen. Es beinhaltet keine 'Downstream'-Aktivitäten wie
das Raffinieren, die Vermarktung und den Transport.
Zu den kritischen Sachverhalten gehören die nachfolgend
genannten:
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die Abgrenzung der
aktivierbaren Kosten für Suche, Erwerb und Entwicklung
von Vorkommen an Bodenschätzen dem Grunde nach; |
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die Art der Abschreibung
der aktivierten Kosten; |
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das Ausmaß, in dem Mengen
und Werte von Vorkommen an Bodenschätzen und nicht die
Kosten Treiber von Ansatz, Bewertung und Angaben sind und |
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die Art und Weise, wie
Vorkommen an Bodenschätzen definiert, klassifiziert und
bewertet werden. |
Gegenwärtig variieren die Bilanzierungsstandards und -weisen
in der Öl- und Bergbaubranche stark zwischen Ländern und
innerhalb einzelner Länder. Nahezu alle Unternehmen verweisen
historische Kosten an Stelle von Werten als Grundlage ihrer
Bilanzierung (obwohl viele einige Maße der geschätzten
Reservewerte angeben). Die beiden meistverwendeten
kostenbasierten Methoden bekannt als Bilanzierung erfolgreicher Bemühungen und Vollkostenbilanzierung sind
ein Beleg für die großen Unterschiede in der heutigen
Bilanzierungspraxis.
Bei der Bilanzierung erfolgreicher Bemühungen
die von den meisten großen und vielen kleineren Öl- und
Gasunternehmen sowie einigen Bergbauunternehmen verwendet wird
werden Kosten, die unmittelbar zur Auffindung mineralischer
Vorkommen aktiviert, während Kosten, die nicht unmittelbar zu
mineralischen Vorkommen führen, als Aufwand erfasst werden. Auf
der anderen steht die Vollkostenbilanzierung, bei der alle
Kosten, die bei der Suche nach, dem Erwerb und der Entwicklung
mineralischer Vorkommen in einer großen Kostenstelle wie einem
Land oder einem Kontinent anfallen, als Teil der Kosten
aktiviert, die zur Auffindung irgendwelcher Reserven geführt
haben, selbst wenn bestimmte Kosten bei einer Maßnahme
angefallen sind, die sich eindeutig als Fehlschlag erwiesen hat.
Die Vollkostenbilanzierung wird von vielen mittelgroßen und
kleinen Ölunternehmen verwendet, seltener allerdings von
Bergbauunternehmen. Viele Bergbauunternehmen verwenden einen
Ansatz, der irgendwo zwischen der Bilanzierung erfolgreicher
Bemühungen und der Vollkostenbilanzierung steht.
Ferner gibt es nicht eine Methode erfolgreicher Bemühungen
oder eine Vollkostenmethode in der Praxis findet man viele
Varianten. Bilanzierungsunterschiede gehen weit über die
Aktivierung von Kosten hinaus und beinhalten solche Sachverhalte
wie die Frage, wie aktivierte Kosten abzuschreiben und
Wertminderungen zu erfassen sind und wie man zukünftige
Rekultivierungskosten zurückstellt. In den Rohstoffindustrien
gibt es auch einzigartige Bilanzierungssachverhalte auf Gebieten
wie der Erlöserfassung, der Vorräte sowie bei Vereinbarungen,
die zwei oder mehr Unternehmen erlauben, die Risiken der Suche
nach und der Entwicklung mineralischer Vorkommen zu teilen.
Infolge des weitreichenden Interesses an diesem Projekt hat
das IASC das Thesenpapier an Führungskräfte im Finanzwesen von
annähernd 300 Rohstoffunternehmen weltweit mit der Bitte
versendet, sich die Sachverhalte anzusehen und dem IASC eine
Stellungnahme bis zum 30. Juni 2001 abzugeben.
Das Thesenpapier ist 412 Seiten lang; zusätzlich hat das IASC
eine separate 44seitige Broschüre veröffentlicht, in der die
Sachverhalte summengefasst werden. Am 30. Januar 2001 gab das IASC eine elektronische Fassung
seines Thesenpapiers zu Rohstoffindustrien frei:
Die vorläufige Sichtweise des Lenkungsausschusses
Um Unternehmen einen Rahmen für die Abgabe von Stellungnahmen
zur Verfügung zu stellen, werden in dem Thesenpapier die
vorläufigen Ansichten, die der Lenkungsausschuss des IASC zu den
wichtigen Sachverhalten entwickelt hat, dargestellt. Nachfolgend
geben wir die grundlegendsten Schlussfolgerungen wieder:
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Die Kernabschlussbestandteile sollten auf historischen
Kosten und nicht auf geschätzten Reservewerten basieren. |
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Der Lenkungsausschuss bevorzugt die Anwendung einer
kostenbasierten Methode, die eher mit dem herkömmlichen
Konzept der erfolgreichen Bemühungen als mit anderen
Konzepten wie der Vollkostenmethode in Einklang steht. |
in der nachfolgenden Tabelle geben wir die Vorschläge des
Lenkungsausschusses zu den in den verschiedenen Phasen von
Upstream-Aktivitäten angefallenen Kosten wieder:
DIE VORSCHLÄGE DES
LENKUNGSAUSSCHUSSES ZU DEN KOSTEN,
DIE IN DEN VERSCHIEDENEN PHASEN VON UPSTREAM-AKTIVITÄTEN
ANFALLEN |
| Kosten vor dem Erwerb, die für die Aufsuchung,
die Beurteilung und die Suche anfallen |
Verrechnung als Aufwand bei Anfall |
| Unmittelbare und inkrementelle Kosten im
Zusammenhang mit dem Erwerb der Liegenschaft |
Aktivierung als Vermögenswert |
| Kosten nach dem Erwerb, die für die Beurteilung und die Suche anfallen |
Erstmalige Erfassung als Vermögenswert unter dem
Vorbehalt der Feststellung, ob kommerziell ausbeutbare
Reserven gefunden wurden. Eine 'Deckelung' sollte
vorgesehen werden. |
| Entwicklungskosten |
Aktivierung als Vermögenswert |
| Herstellungskosten, die sich auf eine einzelne
Schürfkostenstelle beziehen |
Aktivierung als Teil der Kosten dieser Kostenstelle |
| Herstellungskosten, die sich auf mehr als eine
einzelne Schürfkostenstelle beziehen |
Bilanzierung in derselben Weise wie bei anderweitigem
Sachanlagevermögen nach IAS 16 |
| Kosten nach der Produktion, die für Suche und
Entwicklung anfallen |
Gleiche Behandlung wie bei anderen Such- oder
Entwicklungskosten |
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Die Kosten sollten entsprechend dem Tätigkeitsfeld oder
den geografischen Einheiten unterhalb eines Tätigkeitsfeldes
angesammelt werden (bspw. einem Feld oder einer Mine). |
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Alle Mitglieder des Lenkungsausschusses befürworten die
Angabe von Reservemengen. Der Lenkungsausschuss ist aber
geteilter Ansicht hinsichtlich der Angabe von Reservewerten. |
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Die Angabe von überprüften und wahrscheinlichen Reserven
sollten getrennt angegeben werden. Innerhalb der überprüften
sollten die geprüften entwickelten und die geprüften nicht
entwickelten getrennt angegeben werden. |
Inhalte des Thesenpapiers
| INHALTE DES IASC-THESENPAPIERS: ROHSTOFFINDUSTRIEN |
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Kapitel 1: Anwendungsbereich
Kapitel 2: Beschreibung von Upstream-Aktivitäten
Kapitel 3: Reservenschätzung und -bewertung
Kapitel 4: Anschaffungskostenkonzepte der Bilanzierung von der Produktion vorgelagerten Tätigkeiten
Kapitel 5: Wertbasierte Konzepte der Bilanzierung von der Produktion vorgelagerten Tätigkeiten und Reserven
Kapitel 6: Anschaffungskostenbilanzierung bei Kosten vor Aufnahme der Produktion
Kapitel 7: Abschreibung aktivierter Kosten
Kapitel 8: Beseitigung und Wiederherstellung
Kapitel 9: Wertminderung aktivierter Kosten in Bezug auf Mineralien
Kapitel 10: Bilanzierung von Erfolgen
Kapitel 11: Ansatz und Bewertung von Vorräten
Kapitel 12: Die Bildung von Vereinbarungen über die Teilung von Risiken und Kosten
Kapitel 13: Kauf, Verkauf und Stilllegung von Minen
Kapitel 14: Spezielle Angaben im Abschluss von Rohstoffindustrien: Mengen und Werte von Reserven
Kapitel 15: Spezielle Angaben im Abschluss von Rohstoffindustrien: Sonstige Angaben
Kapitel 16: Untersuchungen zu Ansatz und Angaben von Reserven
Glossar
Anhänge:
Anhang A: Zusammenfassung nationaler Bilanzierungsstandards für Rohstoffindustrien
Anhang B: Definitionen von Reserven in der Öl- und Bergbaubranche
Anhang C: Bibliographie und Verzeichnis der Abkürzungen |
Deloittes Stellungnahme zum Thesenpapier des IASB
Die englischsprachige Stellungnahme von Deloitte zum
Thesenpapier des IASC können Sie
hier
einsehen (136 KB). Unsere Grundausrichtung:
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Wir unterstützen die
Entwicklung eines International Accounting Standards für
Unternehmen der Bergbau- und Öl- und Gasbranche sehr.
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Gegenwärtig ist ein
Konzept der historischen Kosten für die Bilanzierung in
Rohstoffindustrien sachgerechter als ein
Bilanzierungsmodell, das auf der Schätzung der
beizulegenden Zeitwerte der mineralischen Besitzungen
und Vorkommen aufbaut. |
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Im Zusammenhang mit dem
Modell der historischen Kosten besteht ein dringender
Bedarf an der Erreichung einheitlicher Ansatz-,
Bewertungs- und nachfolgenden Abschreibungsvorschriften
für Vermögenswerte mit Bezug zur Rohstoffindustrie,
insbesondere des Ausgaben vor Produktionsbeginn. Wir
befürworten die folgende Behandlung von vor
Produktionsbeginn anfallenden Kosten:
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Kosten im
Zusammenhang mit der Aufsuchung und Suche vor
dem Erwerb: Verrechnung als Aufwand |
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Erwerb von Analgen (unmittelbar
und inkrementell): Aktivierung |
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Kosten für die
Suche vor dem Erwerb: Aktivierung |
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Kosten im
Zusammenhang mit der Beurteilung und Einwertung:
Aktivierung |
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Entwicklungskosten:
Aktivierung |
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Herstellungskosten:
Aktivierung |
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Alle aktivierten
Kosten unterliegen der planmäßigen Abschreibung
und einem Werthaltigkeitstest auf der Grundlage
des Veräußerungswerts der erworbenen Rechte |
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Deloittes Bergbauanalyse
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Unsere internationalen Kollegen haben eines Broschüre
veröffentlicht, in der die Sachverhalte ausdem Thesenpapier
des IASC zu Rohstoffindustrien aus der Sicht von
Bergbauunternehmen zusammengefasst und analysiert werden.
Die englischsprachige Broschüre können Sie
hier
herunterladen (519 KB). |
Diskussion auf der IASB-Sitzung im April 2005 Unterrichtseinheit
Der Board erhielt eine einführende Unterrichtseinheit zu Bodenschätzen und Öl- und Gasvorkommen mit Schwerpunkten auf Einflussfaktoren
auf die Schätzung von Vorkommen und Reserven und auf den Hauptkennzeichnungen und -klassifikationssystemen der Reservenberichtserstattung,
die in der Rohstoffbranche Verwendung finden.
Die erste Präsentation zu Berichtsstandards über Vorkommen und Reserven von Bodenschätzen wurde per Videoschaltung aus Melbourne
von Pat Stephenson gehalten, Mitglied und früherer Vorsitzender des Gemeinschaftlichen Erzvorkommensausschusses (Joint Ore Reserves
Committee, JORC).
Eine weitere Präsentation zu Klassifikation von Vorkommen und Reserven und Berichtsstandards für Öl und Gas wurde von Duncan Frost
gehalten, Mitglied des Ausschusses für Öl- und Gasreserven der Gesellschaft der Erdölingenieure (The Society of Petroleum Engineers, SPE).
Entscheidungen wurden nicht getroffen.
Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juli 2005 Unterrichtseinheit
Zweck dieser öffentlichen Unterrichtseinheit im Juli 2005 zum Thema der Ausbeutung von Bodenschätzen war es:
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das Verständnis der Boardmitglieder für folgende Sachverhalte zu vertiefen:
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die wichtigsten Elemente der bestehenden Abgrenzung der Begriffe „Reserven“ und „Ressourcen“ sowohl für Mineralien als auch
für Öl und Gas, |
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die Ähnlichkeiten und Unterschiede dieser Begriffsabgrenzungen sowie der beiden Branchen im Allgemeinen, |
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den Boardmitgliedern eine weitere Möglichkeit einzuräumen, Experten zum Thema Öl und Gas über Reserven und Ressourcen zu befragen,
sowie |
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eine erste Reaktion des Boards zur möglichen Stoßrichtung bei der Definition der Begriffe „Reserven“ und „Ressourcen“ für
Zwecke der Rechnungslegung auszuloten. |
Ein Großteil der Diskussion drehte sich um die verschiedenartigen Abgrenzungen der Begriffe „Reserven“ und Ressourcen“, inkl. der der
US-Börsenaufsicht SEC. Der Board deutete an, dass man die Absicht habe, eine allgemeine Definition für Zwecke der Rechnungslegung zu entwickeln
und erst dann einige der Unterschiede zwischen den bestehenden Definitionen und Wahrscheinlichkeitsschätzungen etc. in die Überlegungen
bei der Ausarbeitung der Bewertungs- und Angabevorschriften des Standards mit einzubeziehen.
Diskussion auf der IASB-Sitzung im Oktober 2006 Unterrichtseinheit
Der Board hielt eine Unterrichtseinheit zu seinem Projekt zur Ausbeutung von Rohstoffen ab. Vertreter des Untersuchungsteams stellten die
Ergebnisse der Untersuchung darüber vor, ob der beizulegende Zeitwert einen passenden Wertmaßstab und/oder eine Angabegröße für die
Rohstoffindustrie darstellt.
Die Vertreter konzentrierten sich auf das Agendapapier 4D (erhältlich über die IASB-Website). In dem Papier
wird der Frage nachgegangen, ob der beizulegende Zeitwert entweder als Wertmaßstab oder als Angabegröße bei Rohstoffindustrien die qualitativen
Charakteristika zur Bereitstellung nützlicher Informationen über die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens erfüllt. Das
Untersuchungsteam berichtete, dass die Nutzer mehr Hilfestellung bei der Offenlegung der notwendigen Parameter zur Durchführung ihrer eigenen
Bewertungen angeregt hätten, anstatt für die Berichterstattung von beizulegenden Zeitwerten. Aufgrund der fehlenden Unterstützung für den
beizulegenden Zeitwert als Wertmaßstab zusammen mit Schwierigkeiten bei der Ermittlung verifizierbarer Schätzungen des beizulegenden Zeitwerts
und wesentlichen Anpassungskosten zur Schätzung dieses Wertes brachte das Untersuchungsteam seine Bedenken dahin gehend zum Ausdruck, den
beizulegenden Zeitwert als den Wertmaßstab vorzuschreiben.
Der Board diskutierte darüber, welchen Schwierigkeiten die Rohstoffindustrie gegenüberstehen würde, wenn sie den beizulegenden
Zeitwert von Rohstoffreserven und -vorkommen ermitteln sollte, und inwiefern sich dies von anderen Branchen unterscheiden würde. Die
Alternative zum beizulegenden Zeitwert würde darin bestehen, Rohstoffreserven und -vorkommen weiterhin zu Anschaffungskosten zu
bewerten. Die Board-Mitglieder äußerten im Allgemeinen, dass sie von der Alternative nicht viel halten würden, und sie schienen es nicht ganz
nachvollziehen zu können, wieso die Nutzer mehr daran interessiert sein sollten, was für Vorkommen bzw. Reserven bezahlt worden ist, anstatt was
diese tatsächlich wert sind. Der Board merkte an, dass er keinen Sinn in der Fortführung dieses Projektes sehen würde, wenn es sich bezüglich des
Wertmaßstabs auf den Anschaffungskosten beruhen würde.
Der Board forderte das Untersuchungsteam auf, noch einmal weiter zu untersuchen, welche Schwierigkeiten bei der Ermittlung des beizulegenden
Zeitwertes bei Vorkommen bzw. Reserven entstehen können und dieses irgendwann in der Zukunft erneut vorzubringen.
Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juni 2007
Der Board hielt zwei Unterrichtseinheiten zum Projekt zur Ausbeutung von Bodenschätzen ab. Die erste war ein Bericht des
Projektteams, die zweite war eine interaktive Einheit, an der Analysten, die sich mit Rohstoffindustrien beschäftigen, teilnahmen.
Bericht des Projektteams: Konvergenz von Definitionen
Das Projektteam stellte dem Board einen Bericht vor, der den Fortschritt einer Überprüfung zum Inhalt hat, die herausfinden soll,
wie die Möglichkeiten sind, dass die im Rohstoffsektor geltenden Definitionen von Reserven und Ressourcen mit denen, die in der Ölbranche
gelten, übereingebracht werden können. Diese Untersuchung wird vom SPE/CRIRSCO-Konvergenzteam durchgeführt, einer Arbeitsgruppe der Industrie,
der Mitglieder des Komitees für Öl- und Gasreserven der Gesellschaft der Erdölingenieure (Society of Petroleum Engineers Oil and Gas Reserves
Committee, SPE OGRC) und des Komitees für Internationale Berichtsstandards für Rohstoffreserven (Committee for Mineral Reserves international
Reporting Standards, CRIRSCO) angehören. In einem Vortrag stellte ein Vertreter von SPE OGRC dar, das das, was die beiden Gruppen zu erreichen
suchten, Konvergenz der Bewertungsmethoden sei. Wie diese Methoden beschrieben würden, könnte nicht übereingebrachte werden (aus unterschiedlichen
historischen und betrieblichen Gründen), aber die verwendeten Definitionen und Beschreibungen würden aufeinander abgebildet, so dass
Verwechselungen auf ein Minimum reduziert würden.
Ein Boardmitglied hielt fest, dass diese Bemühungen von äußerster Wichtigkeit für das Projekt des IASB seien. Die Zusammenführung der
Definitionen von Reserven und Ressourcen sei ein notwendiger Schritt, der dem Board bei dessen Untersuchungen helfen würde, ob es die
resultierenden Daten als Grundlagen für Bilanzierung verwenden wolle.
Boardmitglieder hinterfragten und diskutierten verschiedene Aspekte der Definitionen, insbesondere die Aspekte der Definitionen, die
besondere rechnungslegungsbezogene Handlungen auslösen könnten. Einige drückten Anerkennung für die Bemühungen der beiden Sektoren aus,
ihre Definitionen in Übereinstimmung zu bringen, und sagten, dass diese nützlich sein könnten, wenn das Projektteam seine Arbeit fortsetzt.
Der Vorsitzende dankte den Vertretern von CRIRSCO und SPE für ihre Bemühungen und lobte den Fortschritt, der gemacht worden sei. Sie
seien sehr hilfreich für den IASB, während sie sich selbst auf diesem Gebiet weiterbildeten, und es sei aus dem Interesse, das ihnen
auch aus anderen Bereichen entgegengebracht würde, wie beispielsweise durch das Projekt zur Entwicklung eines Rahmenkonzepts zur
Klassifizierung der Vereinten Nationen (United Nations Framework Classification project, UNFC), deutlich, dass ihre Arbeit auch jenseits
der Arbeit des IASB von Bedeutung sei.
Erörterung der Umfrage unter Adressaten
In der zweiten Unterrichtseinheit präsentierte und erörterte das Projektteam die Ergebnisse einer Umfrage, die es durchgeführt hatte,
um die Informationsbedürfnisse von Adressaten, die Unternehmen aus der Rohstoffbranche und der Ölindustrie analysieren,
besser verstehen zu können. Sie wurden von vier britischen Analysten von Cazenove, Fidelity Investments und UBS begleitet.
Das Projektteam hatte Interviews mit 34 Analysten durchgeführt und zwar von der Käuferseite, der Verkäuferseite, aus dem
Risikokapitalbereich, von Kreditgebern und aus dem Schuldenrating. Die Analysten stammten aus einer Vielzahl von Rechtskreisen. Die
Hauptergebnisse der Umfrage unter den Adressaten waren die folgenden:
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Die Abschlüsse und die Angaben stellen manche Informationen zur Verfügung, die für die Adressaten wichtig sind, die eine
informierte Anlageentscheidung in Bezug auf eine Öl- oder Gasfirma fällen wollen - hauptsächlich Informationen zum Kapitalfluss
und den Aufwendungen des Berichtsjahres -, aber die Informationen, die in den Abschlüsse und den Angaben zur Verfügung gestellt
werden, allein reichen nicht aus, um die Bedürfnisse der Analysten zu befriedigen, und viele Informationen werden aus anderen
Quellen bezogen; |
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es gibt nur ein sehr geringes Interesse, eine Bewertung der Reserven und Ressourcen (zum Marktwert oder zum beizulegenden
Zeitwert) in die Bilanz aufzunehmen; |
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es gibt nur ein geringes Interesse, eine Angabe zur Bewertung der Reserven und Ressourcen (zum Marktwert oder zum beizulegenden
Zeitwert) zu machen; |
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die Bewertung in der Bilanz von Vermögenswerten aus Reserven oder Ressourcen mit einem Modell historischer Kosten (zum Beispiel
Successful-Effort-Modell (Ansatz nur bei erfolgreicher Probebohrung uns Ausbeutung), Full-Cost-Methode (Gesamtkostenansatz) oder
Area-of-Interest-Modell (Ansatz nach geologischen Merkmal, zum Beispiel einer Mine oder einem Feld, das sich für eine zusammenhängende
Erforschung und Entwicklung eignet) biete wenig nützliche Informationen; |
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die Analysten würden allgemein gern mehr und/oder verbesserte Angaben zu Schlüsselbewertungseingaben haben, so dass sie diese Eingaben in
ihre eigenen Bewertungsmodelle einbauen können; und |
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Abzeichnung durch den Aufsichtsrat wurde allgemein als der vorgezogene Prozess zur Bestätigung der oder Verantwortlichkeit für die
Angaben zur Informationen zu Reserven angesehen. |
Boardmitglieder und die eingeladenen Analysten diskutierten verschiedene Aspekte der Umfrageergebnisse. Weite Teile der Diskussion
drehten sich um die Erdölindustrie. Es wurde festgehalten, dass manche der nach FAS 69 und nach verwandten Angabeforderungen der
SEC geforderten Angaben nützliche Informationen liefern würden. Diese Angaben hatten in den vergangenen Jahren deutliche
Verbesserungen erfahren.
Darüber hinaus stellen Gesellschaften weitere Materialien zur Verfügung. Obwohl ähnlich würden diese Materialien doch nicht auf
einer einheitlichen Basis erstellt.
Die anwesenden Analysten drückten unterschiedliche Meinungen bezüglich der Nützlichkeit der Bewertung von Reserven und Ressourcen
in der Bilanz aus. Bedenken über Subjektivität und über die Tatsache, dass einer Zahl, die mit Schätzfehlern beladen ist, "zuviel
Glaubwürdigkeit" zugerechnet werden könnte, lagen diesen Ansichten zugrunde. Eine Unterteilung der Eingaben würde den Analysten
helfen, Vergleiche über die Gesellschaften der Branche hinweg zu ziehen. Einige Boardmitglieder wiesen darauf hin, dass solche Bedenken auch
hinsichtlich anderer Sachverhalte angemeldet werden könnten, zu denen derzeit eine Zahl in der Bilanz angegeben wird. Ähnliche Sachverhalte
wie die in der Rohstoffindustrie träten auch in anderen Bereichen spekulativer Entwicklung auf, zum Beispiel in der Medikamentenentwicklung.
Einige Boardmitglieder fragten was denn, wenn man die derzeitigen Bewertungen für nicht nützlich hielte, gemacht werden
könnte, um Bilanzinformationen auf Basis historischer Anschaffungskosten nützlicher zu machen. Gäbe es Möglichkeiten für den Board,
nützlichere Informationen zu verlangen; Informationen, die bei der Bewertung von Kosten und zukünftigen Cash Flows helfen könnten?
Würde es insbesondere hilfreich sein, sich auf Informationen zu konzentrieren wie diejenigen, die derzeit in einigen Rechtskreisen
zu "vorgeschalteten" und "Anfangs"-Aktivitäten zur Verfügung gestellt würden - wie zum Beispiel diejenigen in den
USA für Unternehmungen der Entwicklungsphase -, wo Informationen über bestimmte Aufwendungen immer noch auf irgendeine Art und Weise
erfasst würden?
Analysten und Boardmitglieder erkannten die mögliche Überscheidung zwischen Informationen im Abschluss und den Angaben und denen,
die im Lagebericht erörtert würden. Viele der subjektiveren Informationen, die vom Hauptentscheidungsträger der Geschäftsführung
analysiert würden seien ebenso wichtig wie diejenigen im Abschluss.
Ohne auf branchenspezifische Aspekte einzugehen, gäbe es immer noch die Möglichkeit die Erörterung verschiedener Arten von Daten zur
Einkommensgenerierung, dem Ergebnis der Geschäftstätigkeit usw. zu verlangen.
Das Projektteam fragte die Mitglieder des Boards zu ihren Ansichten hinsichtlich möglicher Ansätze zur Bilanzierung, die in das
Diskussionspapier aufgenommen werden könnten. Der Stab schlug ein Marktwertmodell und ein Modell mit historischen Anschaffungskosten
mit verbesserten entscheidungsnützlichen Angaben vor.
Ein Boardmitglied hielt fest, dass es übergreifende Sachverhalte gebe, insbesondere das Thema "Rechnungseinheit", derer man
sich annehmen müsse, bevor eine Entscheidung zur Bilanzierung getroffen werden Könnte. Nach weiterer Diskussion entschied der Board, dass
das Projektteam mit der Entwicklung der beiden vorgeschlagenen Modelle fortfahren solle.
Diskussion auf der IASB-Sitzung im
März 2008 (Diskussion an zwei aufeinander folgenden Tagen)
13. März 2008 Lehreinheit: Definition von Reserven und Ressourcen
Neben dem IASB waren Mitglieder von der Forschungsgruppe zu
Rohstoffindustrien des IASB anwesend sowie Mitarbeiter des Stabs des Leiters
Rechnungslegung der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht
(SEC).
Die Sitzung gab dem Board Gelegenheit, sich über Entwicklungen in den
Vereinigten Staaten in Bezug auf die Definition von Öl- und Gasreserven
und die entsprechenden Angabeerfordernisse. Insbesondere stellte der
Stab den Inhalt des kürzlich veröffentlichten Konzeptentwurfs zur
möglichen Überarbeitung der Angabeerfordernisse bezüglich der Öl- und
Gasreserven (Concept
Release on Possible Revisions to the Disclosure Requirements Relating to
Oil and Gas Reserves, in englischer Sprache, 371 KB) vor. Der
Konzeptentwurf war veröffentlicht worden, um das allgemeine Interesse an
einer Überarbeitung der derzeitigen Angabeerfordernisse hinsichtlich Öl-
und Gasreserven zu eruieren, die aus der Zeit zwischen 1978 und 1982
stammen. Insbesondere war sich die SEC der Bedenken bewusst, dass ihre
Vorschriften nicht an die derzeitige Praxis angepasst worden war und
dass daher Anlegern vielleicht nicht das hilfreichste Bild der Öl- und
Gasreserven geliefert würde. Dieser Sachverhalt ist von Bedeutung für
das Forschungsprojekt zu Rohstoffindustrien des IASB, weil die
Definition von Reserven und Ressourcen ein zentraler Sachverhalt in dem
IASB-Projekt ist. Die Sitzung galt der Informationsvermittlung, und es
wurden keine Entscheidungen getroffen.
Unter Verweis auf die üblichen Vorbehaltsklauseln der SEC hielt der
Stab fest, dass seine vorläufige Analyse ergeben habe, dass die
eingegangenen Stellungnahmen im Großen und Ganzen in drei Gruppen
fallen:
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diejenigen, die der Meinung Ausdruck verliehen, dass die
derzeitigen Anforderungen einen gewünschten Standardisierungsgrad
mit sich brächten und nicht großartig geändert werden müssten; |
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diejenigen, in denen eine umfassendere Änderung gefordert wurde,
etwa Übernahme des von der Gesellschaft der Erdölingenieure (The
Society of Petroleum Engineers, SPE) entwickelten Ansatzes zur
Reservenevaluation, insbesondere das System zur Verwaltung von
Erdölressourcen (Petroleum Resource Management System, PRMS) der
SPE; und |
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diejenigen, in denen ein Mittelweg gefordert wurde. |
Strittige Themen waren die Klassifizierung und die Angabe von
Reserven, die Frage, ob die Angabe von Reserven, die keinen
„nachgewiesenen Reserven" sind, gestattet sein solle, Bepreisung und
Sachverhalte in Bezug auf „ungewöhnlicher" Reserven (beispielsweise
Teersand oder Ölschiefer).
Der Stab der SEC wies darauf hin, dass die Analyse der Stellungnahmen
noch nicht abgeschlossen sei und dass die SEC bis jetzt noch nicht
entschieden habe, ob irgendwelche Regeln erlassen werden sollten.
Ein Boardmitglied fragte den Stab der SEC, was mit der ersten Frage
des Konzeptentwurfs gemeint sei, in der gefragt wurde, ob die SEC eine
„prinzipienbasierte Regel" entwickeln solle? Der Stab gab Auskunft, dass
die SEC versuche, einen Weg zu finden, die Registranten dazu zu bringen,
„in gutem Glauben das Richtige zu tun". Das Boardmitglied zeigte sich
erleichtert, dass die SEC offensichtlich „auch nicht besser als man
selbst wisse, was ,prinzipienbasiert' bedeute".
Ein anderes Boardmitglied fragte, ob die SEC erwogen habe, ob eine
Regel, die sie herausgebe, insbesondere hinsichtlich ungewöhnlicher
mineralischer Ressourcen und deren Ausbeutung, auch zu einem Standard
für Bergbaugesellschaften werden würde oder ob Bergbaugesellschaften
weiterhin mehr Freiraum bezüglich der Angaben zu Reserven haben würden.
Der Stab gestand ein, dass dieser Sachverhalt überdenkenswert sei, aber
hatte keine Antwort parat (ebenso wenig wie der IASB, wie das
Boardmitglied feststellte).
In Bezug auf die Bepreisung von Reserven wies dasselbe Boardmitglied
darauf hin, dass die derzeitigen Regelungen der SEC einen Durchschnitt
der vergangenen zwölf Monate vorschreiben, während Öl zukunftsorientiert
bepreist wird. Das Boardmitglied zeigte sich besorgt, dass die SEC
weiterhin auf historischen Informationen bestehen könne, während die
meisten Marktteilnehmer an zukunftsorientierten Informationen
interessiert seien.
Da Stab gestand ein, dass es einen Kompromiss geben müsse
zwischen der Stetigkeit, die man mit Hilfe der historischen
Informationen erreiche, und der Entscheidungsnützlichkeit für die
Vorhersage zukünftiger Kapitalflüsse, die man mit zukunftsorientierter
Bepreisung erreichen könne. Dies sei ein Sachverhalt, den die SEC zu
entscheiden habe.
Der Koordinator der Forschungsgruppe hielt fest, dass von den 80
Stellungnahmen, die bei der SEC eingegangen seien, 12 von Unternehmen
stammten, die im Beratungsgruppe des IASB vertreten seien, und dass zwei
weitere bei der Entwicklung von Stellungnahmen beteiligt gewesen seien,
die von Berufsvereinigungen eingereicht wurden.
14. März 2008 Definitionen von Reserven Ressourcen und Ansatz von
Vermögenswerten
Neben dem IASB waren Mitglieder von der Forschungsgruppe zu
Rohstoffindustrien des IASB anwesend, Vertreter der Gesellschaft
der Erdölingenieure (The Society of Petroleum Engineers, SPE) und (per
Videoschaltung) Vertreter des Komitees für internationale
Berichtsstandards über mineralische Ressourcen (Committee for Mineral
Resources International Reporting Standards, CRIRSCO).
Inhalt der Diskussion waren die Fortschritte, die von SPE und CRIRSCO
hinsichtlich der Konvergenz ihrer jeweiligen Definitionen von Reserven
und Ressourcen erzielt worden waren, und die Frage, ob diese
Definitionen für die Verwendung in einem zukünftigen IFRS brauchbar
seien, der sich „vorgelagerten" Ausbeutungsaktivitäten von
Bodenschätzen
und Gas/Erdöl widmet. Die Untersuchung dieser Frage
erfolgte auf Einladung des IASB.
Die Konvergenzarbeitsgruppe von SPE und CRIRSCO kam zu dem Schluss,
dass es einen „hohen Grad von Kompatibilität in der
Klassifizierungslogik gäbe, die von Bodenschatz- und Erdölevalutionsunternehmen bei Bestimmung der Mengen verwendet
würden, die von den von ihnen abgebauten Rohstoffe in einem Vorkommen
abgebaut und vermarktet werden könnten". Es der Ausdruck „volle
Konvergenz" sei allerdings nicht gerecht fertigt.
Die Übereinstimmung wurde mit dem folgenden Diagramm verdeutlicht:

Sowohl in der Erdölbranche als auch bei den Bodenschätzen wird von
„nachgewiesenen" („proved") und „wahrscheinlichen" („probable") Reserven
und Ressourcen im Sinne von "es spricht mehr dafür als dagegen, dass die
Ressourcen vorhanden sind" gesprochen (um die Terminologie des IASB zu
verwenden). Im Petroleumsektor wird von „möglichen" Ressourcen
gesprochen, um das zu beschreiben, was im Bodenschatzsektor als
„gefolgerte" („inferred") Ressourcen bezeichnet wird. Aus
praktischen Gründen wird im Bodenschatzsektor in solche Ressourcen aber
nicht viel Vertrauen gelegt.
Der Board erörterte Sachverhalte im Umfeld der von SPE/CRIRSCO
vorgeschlagenen Definitionen und stellte den anwesenden Vertretern
Fragen. Es wurde festgehalten, dass, obwohl die Definitionen relativ fix
seien, die Leitlinien zur Anwendung der Definitionen leichter zu ändern
seien. Insbesondere die laufenden Arbeiten der SEC bezüglich der
Angabeerfordernisse für Öl- und Gasunternehmen (s.
entsprechenden Punkt der Mitschrift vom
13. März 2008) könnten Auswirkungen auf das Modell, wie es sich
heute darstelle, haben. Der Vertreter von CRIRSCO hielt insbesondere
fest, dass die Unternehmen, die Bodenschätze abbauen und die zum
Konzeptentwurf der SEC Stellung genommen haben, darauf gedrängt haben,
dass Bodenschätze und Öl und Gas eine gemeinsame Angabenordnung haben
sollten.
Es wurde festgehalten, dass der Bodenschatz- und der Erdölsektor
nachgewiesene und wahrscheinliche Reserven zu Bilanzzwecken leicht
unterschiedlich sehen (hauptsächlich wegen der SEC-Regelungen) aber dass
sie betrieblich ein Kontinuum darstellten, das nach ihren jeweiligen
Geschäftsmodellen fortlaufen neu bewertet wird.
Dieser Teil der Sitzung diente Informationszwecken, und es wurden
keine Entscheidungen gefällt. Der Vorsitzende des IASB dankte jedoch SPE
und CRIRSCO dafür, dass sie die Herausforderung angenommen hatten, die
ihnen vom IASB gestellt worden war, und für den bedeutenden Beitrag, den
sie mit ihrem Bericht zu dem Forschungsprojekt des IASB geleistet
hätten.
Der Board nahm einen Vorschlag des Stabs an, dass das demnächst
erscheinende Diskussionspapier zu einem Forschungsprojekt des IASB auf
der Voraussetzung basieren sollte, dass die besten Aussichten für die
Definition von mineralischen und Erdöl- und Gasreserven zu diesem
Zeitpunkt darin zu bestehen scheinen, die Definitionssysteme von SPE und
CRIRSCO zu nutzen. Dies würde den IASB in die Lage setzen, dort, wo es
angemessen ist, vergleichbare Bilanzierungs- und Angabeforderungen über
alle Rohstoffindustrien hinweg vorzuschlagen. Darüber hinaus sollten die
Fortschritte der SEC und des Rahmenkonzepts zur Klassifizierung der
Vereinten Nationen (United Nations Framework Classification, UNFC)
bezüglich fossiler Energieträger und mineralischer Ressourcen im Auge
behalten werden, um festzustellen, ob diese Systeme gangbare
Alternativen für die Definition von Reserven und Ressourcen in einem
IFRS ergeben würden.
Anwendung der Vermögenswertdefinitionen und -ansatzkriterien
Der Board erörterte zwei Sichtweisen, die von der Forschungsgruppe
herausgearbeitet worden waren, was die Beherrschung eines Bodenschatzes
ausmache.
Sichtweise A
Sichtweise A besagt, dass Beherrschung das absolute Recht darstelle,
das Bodenschatz- oder Öl- oder Gasvorkommen abzubauen. Diese Sichtweise
impliziert, dass alle Rechte (einschließlich Genehmigungen, Lizenzen und
Zulassungen), die für die Entwicklung und Produktion notwendig sind,
vorliegen, einschließlich staatlicher und umweltbehördlicher
Genehmigungen, Vereinbarungen mit Grundbesitzern und aller anderen, die
Rechte innehaben.
Sichtweise B
Sichtweise B legt mehr Gewicht auf die unbeschränkte Fähigkeit,
weitere Rechte zu beantragen und somit anderen Unternehmen den Zugang zu
zukünftigem wirtschaftlichen Nutzen zu verwehren. Nach Sichtweise B
liegt Beherrschung eines Bodenschatz- oder Öl- oder Gasvorkommens vor,
wenn das Unternehmen einige gegenwärtige Rechte hält (beispielsweise
unbeschränkte Explorationsrechte im Rahmen einer
Explorationsgenehmigung) und das Recht hat, ausstehende Rechte zu
beantragen die für das absolute Recht, das Bodenschatz- oder Öl- oder
Gasvorkommen abzubauen, Voraussetzung sind (beispielsweise bedingte
Rechte, den Bodenschatz oder das Öl oder Gas, die sich im Grund finden,
zu entwickeln und zu produzieren). Per definitionem beherrscht das
Unternehmen die uneingeschränkten Rechte. Die Entwicklung kann von
mehreren Faktoren abhängen, einschließlich der Feststellung, dass es
eine Ressource gibt, die abgebaut werden kann (Größe, Struktur,
Mineralisierung) und der Erteilung der notwendigen Genehmigungen etc.
Die Forschungsgruppe zog Sichtweise B vor, von der sie der Meinung
ist, dass sie eher in Einklang damit stehe, wie solche Projekte in der
Praxis betrieben werden. Einige Boardmitglieder zeigten Verständnis aber
konnten dem Schluss nicht zustimmen. Sie sahen insbesondere Probleme
hinsichtlich der Buchungseinheit (das Recht, den Bodenschatz
auszubeuten, gegenüber dem Recht, zu beantragen, den Bodenschatz
auszubeuten). Die Boardmitglieder wollten die Buchungseinheit wissen,
bevor sie der Empfehlung des Forschungsgruppe zustimmten. Die
Forschungsgruppe wird zu einem späteren Zeitpunkt mit einer
überarbeiteten Empfehlung wieder vor dem Board erscheinen.
Diskussion auf der IASB-Sitzung im
Juni 2008
Das Projektteam zu Rohstoffindustrien erläuterte die Fortschritte,
die in Hinblick auf die Erstellung eines Diskussionspapiers zu den
Schlüsselmerkmalen eines Bilanzierungsmodells zu bestimmten Aspekten von
Mineralien- und Ölreserven und -ressourcen gemacht worden sind. Der
Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Definition eines Vermögenswertes,
Ansatzfragen und der Frage der Buchungseinheit.
Definition eines Vermögenswertes
Das Projektteam wies darauf hin, dass der vorgeschlagene Ansatz
darauf beruhe, den Fokus auf die Definition eines Vermögenswertes im
gegenwärtigen Rahmenkonzept des IASB zu legen (sowie in einem geringeren
Maße auf die derzeitigen Bemühungen hinsichtlich der Überarbeitung der
Definition eines Vermögenswertes im Rahmen des Projekts zum
Rahmenkonzept). Dies steht im Gegensatz zum herkömmlichen Ansatz in
Bezug auf die Definition eines Vermögenswertes in diesem Bereich, den
Phasen eines Rohstoffprojekts.
Das Projektteam hatte zwei Arten von Vermögenswerten und Posten
bestimmt, die in die folgenden beiden allgemeinen Kategorien fallen
könnten:
Immaterielle Vermögenswerte: einschließlich rechtlicher
Instrumente/Genehmigungen, die notwendig sind, um vorgelagerte
Förderungsaktivitäten vorzunehmen (beispielsweise Bodenschatzrechte,
Entwicklungsgenehmigungen, usw.), und einschließlich Informationen (wie
beispielsweise geologische Daten, die das Vorhandensein von
mineralischen Ressourcen in einem bestimmten Gebiet bestätigen).
Materielle Vermögenswerte: einschließlich Mineral-, Öl- und
Gasvorkommen und Sachanlagen, die zur Förderung dieser Ressourcen
notwendig sind.
Der Board zeigte breite Unterstützung für diesen Ansatz. Es gab
jedoch reichlichen und detaillierten Diskussionsbedarf hinsichtlich der
Informationen in den immateriellen Vermögenswerten und dem
vorgeschlagenen Wechsel von immateriell (das Ausbeutungsrecht) zu
materiell (die Vorkommen selbst).
Boardmitglieder wiesen darauf hin, dass Informationen allein kaum
einen Vermögenswert darstellen könnten sie könnten nur den Wert eines
Vermögenswerts erhöhen.
Andere Boardmitglieder konnten dem nicht zustimmen und wiesen darauf
hin, dass Informationen (beispielsweise die Ergebnisse geologischer
Untersuchungen) verkauft werden könnten. Darauf antwortend hielten
andere Boardmitglieder fest, dass Informationen sehr wohl ein
Vermögenswert sein könnten, aber ohne das Recht, diese Informationen zu
nutzen, seien sie wohl nicht sehr viel wert. Es schien Übereinstimmung
zu herrschen, dass in diesem Zusammenhang gesetzliche Rechte vorrangig
seien.
Das Projektteam stellte zwei Sichtweisen vor, wann Reserven und
Ressourcen die Definition eines Vermögenswertes erfüllen würden. Eine
Sichtweise ist, dass alle Rechte (einschließlich Genehmigungen, Lizenzen
und Zulassungen), die für die Entwicklung und Ausbeutung notwendig sind,
vorliegen müssen, bevor ein Rohstoffvorkommen in der Bilanz angesetzt
werden kann. Das Projektteam wies darauf hin, dass dies eine sehr enge
Sichtweise der Kontrolle über den Vermögenswert darstelle. Die
alternative Sichtweise wäre, dass das Unternehmen ausreichend
gesetzlichen Rechte auf die Bodenschätze besitzen müsse, um diese
auszubeuten und anderen den Zugang zu ihnen zu verwehren, die
notwendigen Zulassungen haben müsse, um das Unternehmen in die Annahme
zu versetzen, dass es vernünftigerweise in der Lage sein müsste, diese
Rechte auszuüben, und das unbeschränkte Recht haben müsse, sich um alle
noch nicht erhaltenen Rechte oder Zulassungen zu bewerben, die von
untergeordneter Bedeutung sind und voraussichtlich zeitnah erhalten
werden können. Diese zweite Sichtweise wird als übereinstimmen mit dem
vernünftigen wirtschaftlichen Verhalten von unternehmen und
Abschlussadressaten angesehen und spiegelt höchstwahrscheinlich
bedeutende Elemente der derzeitigen Marktpraxis wider.
Der Board schien zu akzeptieren, dass zu diesem Zeitpunkt beide
Sichtweisen möglich sind, obwohl sich einige Boardmitglieder ob der
plötzlichen Auswirkungen beim Ansatz der Vermögenswerte besorgt zeigten.
Die Diskussion wendete sich dann der Frage zu, wann ein Vermögenswert
angesetzt werden sollte. Wieder wurden zwei Sichtweisen vorgestellt:
Eine enge Sichtweise gründete auf einer Einschätzung, ob die Exploration
und die Evaluationsaktivitäten „erfolgreich“ gewesen seien. In der
alternativen Sichtweise wird der wirtschaftliche Nutzen weiter gefasst,
so dass auch der mögliche Nutzen, der dem unternehmen aus dem Verkauf
des Grundes entstehen würde, berücksichtigt wird. Ein Boardmitglied
äußerte jedoch die Meinung, dass der Ansatz und die Bewertung der
Reserven und Ressourcen als separate (materielle) Vermögenswerte nicht
notwendig sei. nach Ansicht dieses Boardmitglieds sei das Einzige, das
konstant bleibe, das Recht auf Ausbeutung. Sobald Rohstoffe entdeckt
würde, würde das Recht auf Ausbeutung wertvoller. Die
Informationsmitteilung an die Adressaten wäre deutlicher, wenn die
Rechte auf Ausbeutung neu bewertet würden und nicht die Ressourcen.
Dieser interessante Punkt wurde nicht weiter verfolgt, aber der Stab
wird sich ihm eventuell widmen.
Der Board erörterte dann die Frage nach der Buchungseinheit.
Allgemein schien der Board mit den Schlussfolgerungen des Stabs
übereinzustimmen:
 |
(a) Infrastrukturelle
Vermögenswerte, die weitestgehend unabhängige Kapitalströme
erzeugen, werden aus der Buchungseinheit ausgeschlossen – in
anderen Worten heißt das, dass die Buchungseinheit nicht größer
sein kann als die nach IAS 36 bestimmte
zahlungsmittelgenerierende Einheit. |
 |
(b) Infrastrukturelle
Vermögenswerte, die physisch und wirtschaftlich abtrennbar sind,
werden aus der Buchungseinheit ausgeschlossen – dies gilt für
Vermögenswerte, die realistischerweise in andere
Geschäftsbetriebe verlegt werden können und die Verlegung dieser
Vermögenswerte könnte wirtschaftlich gerechtfertigt werden. Im
Gegensatz enthält die Gruppe der untrennbaren Vermögenswerte
Vermögenswerte, die zwar physisch abtrennbar sind, für die aber
gilt, dass es wirtschaftlicher ist, sie aufzugeben oder zu
stillzulegen als sie physisch an einen anderen Ort zu verlegen.
Beispiele hierfür wären Vermögenswerte, die einem bestimmten Ort
zugeeignet sind, weil sie entweder
 |
(i) nicht leicht zu verlegen
sind (Bürogebäude, Verdichter, eigens angelegte
Bahnschienen etc.) und/oder |
 |
(ii) zu speziell sind, als dass
es einen anderen wirtschaftlichen Verwendungszweck für
diese Vermögenswerte gäbe. |
|
 |
(c) Infrastrukturelle
Vermögenswerte, die andere Nutzungsdauern als die
Rohstoffvorkommen haben, werden aus der Buchungseinheit
ausgeschlossen. |
Das Projektteam wird den Board das nächste Mal im September 2008
adressieren. Bis dahin wird es sich auf Angabefragen konzentrieren. Es
ist immer noch beabsichtigt, im Dezember 2008 ein Diskussionspapier zu
veröffentlichen.
August 2008:
IFRS und die Bergbaubaubranche
 |
Öffentlich rechenschaftpflichtige Unternehmen in Kanada
müssen ihre Rechnungslegung ab 2011 auf IFRS umstellen
(wahlweise auch früher, mit Zustimmung der regional
zuständigen Wertpapieraufsicht sogar schon 2008). Der Übergang von den
kanadischen Rechnungslegungsgrundsätzen wird sich für jedes
Unternehmen anders darstellen. Gleichwohl werden bestimmte
Themen und Sachverhalte in bestimmten Branchen in gleicher
Weise auftreten. Unsere kanadischen Kollegen haben die
Broschüre
IFRS und die Bergbaubranche: die zehn wichtigsten
Bilanzierungssachverhalte für kanadische Unternehmen
veröffentlicht (in englischer Sprache, 264 KB). Diese Publikation
enthält die Sichtweise von Deloitte zu den folgenden
Sachverhalten beim Übergang auf IFRS in der Bergbaubranche: |
- Wertminderungen
- Mineralische Vorkommen und Sachanlagen
- Rückstellungen und Verpflichtungen zur Stilllegung von
Vermögenswerten (einschließlich Kosten der Entsorgung und
Renaturierung)
- Unternehmenszusammenschlüsse, Konsolidierung und
Zweckgesellschaften
- Joint Ventures
- Fremdkapitalkosten
- Fremdwährungsumrechnung
- Finanzinstrumente
- Ertragsteuern
- Erstmalige Anwendung der IFRS
|
Diskussion auf der IASB-Sitzung im
September 2008
Der Zweck dieser dieser Sitzung lag darin, die Meinungen
des Boards zu den folgenden Punkten einzuholen:
 |
Angaben zu
Aktivitäten in mineralischen Substanzen oder Öl
und Gas |
 |
Formulierung des
Diskussionspapiers |
Der erste Teil war wie folgt gegliedert:
 |
Zielsetzung von
Angaben zu Rohstoffaktivitäten |
 |
leitende
Prinzipien für Angaben im Anhang |
 |
Arten von Angaben,
die die Zielsetzung erfüllen würden |
Zielsetzung von Angaben zu Rohstoffaktivitäten
Der Stab stellte seine vorgeschlagenen Zielsetzung
von Angaben in der Rohstoffindustrie vor:
 |
Aussichten auf
zukünftige Zahlungsströme aus den
Vermögenswerten in Form von mineralischen
Substanzen oder Öl und Gas |
 |
derzeitiger
finanzieller Erfolg des Unternehmens |
 |
Art und Ausmaß der
Risiken, die mit solchen Vermögenswerten
verbunden sind |
Es wurde festgehalten, dass diese Angabeziele denen
in IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben ähnlich
sind.
Einige Boardmitglieder hielten fest, dass, obwohl
eines der Ziele der finanzielle Erfolg des Unternehmens
sei, viele der Angabeforderungen im Vorschlag des Stabs
Informationen zu Zahlungsströmen wären (nicht
abgegrenzt) oder eine Volumenbewertung seien. Der Stab
willigte in eine Verfeinerung der Zielsetzung ein.
Leitende Prinzipien für Angaben im Anhang
Der Stab hob hervor, dass manche Arten von
Informationen über den ganzen Rohstoffsektor hinweg
getätigt werden sollten; dies solle jedoch nicht
bedeuten, dass sie identisch sein müssten. Stattdessen
sollten sie in die gleiche Richtung gehen und innerhalb
der einzelnen Branchen vergleichbar sein.
Der Stab setzte den Board davon in Kenntnis, dass er
nicht beabsichtige, eine Trennung zwischen den Angaben
im Abschluss und dem Lagebericht zu machen (der derzeit
nicht Bestandteil eines IFRS-Abschlusses ist) und in
diesem Punkt die Rückmeldungen der Anwender abwarten
wolle.
Arten von Angaben, die die Zielsetzung erfüllen
würden
Kategorien von Reserven und Ressourcen, die
angegeben werden müssen
Der Stab stellte die Mengenangaben vor, die ihm
nützlich erschienen. Es wurde vorgeschlagen, dass von
den Unternehmen verlangt werden solle, zumindest die
beste Schätzung der wirtschaftlich abschöpfbaren
Ressourcen anzugeben. Ein Boardmitglied fragte, was die
Bedeutung von wirtschaftlich abschöpfbar sei. Der Stab
antwortete, dass dies darauf abziele, die
Wahrscheinlichkeit mit einzubeziehen, da viele
Unternehmen auf der Grundlage von
„bewiesen + wahrscheinlich“ arbeiten würden, und dies
war als die sachgerechteste Information empfohlen
worden, die man zur Verfügung stellen könne.
Ein anderes Boardmitglied fragte, was mit der besten
Schätzung gemeint sei. Der Stab solle prüfen, ob nicht
ein anderer Ausdruck verwendet werden könne, damit eine
Verwechselung mit bestehenden IFRS-Ausdrücken vermieden
würde. Es wurde auch gefragt, ob einen
Sensitivitätsanalyse für die angegebenen Zahlen
notwendig sei. Ein Boardmitglied wies darauf hin, dass
Preisveränderungen einen Einfluss auf die Menge haben
würden und dass das eine nützliche Information sei.
Es schien allgemeine Zustimmung zum Vorschlage des
Stabs zu herrschen.
Unterteilung von Mengen
Der Stab schlug vor, Angaben zu Mengen nach Art des
Vorkommens und nach geografischer Lage zu fordern. Diese
Mengen sollten Segmenten zugeordnet werden. Es wurde
darauf hingewiesen, dass Ölsandabbau separat von anderen
Ölreserven dargestellt werden sollten, da die Ausbeutung
von Ölsand sehr kostenintensiv sei. Es wurde auch
hervorgehoben, dass zwar die geografische Unterteilung
in der Ölindustrie nicht auf Einzelfeldbasis möglich
sei, aber dass diese Vorgehensweise bei mineralischen
Ressourcen gang und gäbe sei. Der Board erörterte kurz,
wie Vereinbarungen über gemeinsame Produktion zu
behandeln seien.
Es wurde außerdem vorgeschlagen, dass Unternehmen,
die mineralische Ressourcen abbauen, vorgeschrieben
werden sollte, dass sie Informationen auf Grundlage
ihrer einzelnen Förderstätten angeben sollten, um
Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit in der Branche zu
gewährleisten.
Zuweisung von Reservemengen
Der Stab stellte die vorgeschlagene Behandlung
hinsichtlich der Zuweisung von Reserven vor, die den
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzuweisen sind.
Er schlug zwei Ansätze vor:
 |
nur der Eigenkapitalanteil des Mutterunternehmens an den
Reserven und/oder |
 |
Minderheitenanteile an den Reserven |
Der Board erörterte, ob der vom Stab gewählte Ansatz
im Einklang mit dem Unternehmenskonzept in den IFRS
stehe. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die
Frage, ob Minderheitenanteile als Eigenkapital zu sehen
sind. Der vorgeschlagene Ansatz wäre einzigartig, da
normalerweise in den Angaben nicht zwischen Mehrheits-
und Minderheitsanteilseignern unterschieden werde.
Es wurde auch erörtert, ob zeitliche Beschränkungen
offengelegt werden sollten und wie man mit erwarteten
Verlängerungen umgehen solle.
Zugrundeliegende Annahmen für Reserveschätzungen
Der Stab erläuterte die Angaben zu den
Schlüsselannahmen, die bei der Schätzung von Reserven
verwendet würden. Es wurde vorgeschlagen, dass zumindest
der Rohstoffpreis angegeben werden solle. Die Grundlage
für die Schätzung des Rohstoffpreises könnten folgende
Parameter bilden:
 |
die Sichtweise
eines Marktteilnehmers, |
 |
die Erwartungen der Unternehmensführung oder |
 |
ein historischer Durchschnitt. |
Ein Boardmitglied gab an, dass es sich Angaben auf
der Grundlage von Kassakursen wünschen würde zusammen
mit den Erwartungen von Marktteilnehmern.
Der Board erörterte die Vor- und Nachteile der
Ansätze und schien die Sichtweise eines Marktteilnehmers
zu bevorzugen.
Jahresüberleitung Veränderungen der Mengen
Der Stab setzte den Board davon in Kenntnis, dass er
eine im Wesentlichen quantitative Überleitung der
Veränderungen der Reserven vorschlagen würde, um den
Adressaten ein besseres Verständnis der Art und des
Umfangs von Schätzungsunsicherheiten zu geben. Die
Mindestpositionen einer solchen Überleitung wären die
folgenden:
 |
Funde und
Ausweitungen, |
 |
Änderungen früherer Schätzungen, |
 |
Produktion von mineralischen Ressourcen oder Öl
und Gas; |
 |
Erwerb von Reserven durch den Kauf von Vorkommen
von mineralischen Ressourcen oder Öl- und
Gasvorkommen und |
 |
Veräußerung von Reserven durch Veräußerung oder
Übertragung. |
Es wurde festgehalten, dass es weitere Unterteilungen
geben muss, um die Nützlichkeit dieser Informationen zu
verbessern. Der Board schien dem zuzustimmen.
Wertbasierte Informationen
Der Stab wies darauf hin, dass die vorigen Angeben
keinen Hinweis auf die Beträge zukünftiger
Zahlungsströme geben würden, die die Reserven generieren
können. Die Angeben würden vom Ansatz und der Bewertung
der mineralischen und Öl- und Gas-Vermögenswerte
abhängen. Der Stab umriss zwei Ansätze, die davon
anhingen, ob die Vermögenswerte zum beizulegenden
Zeitwert/Marktwert oder zu Anschaffungskosten bewertet
werden.
Es wurde vorgeschlagen, dass eine standardisierte
Marktwertbewertung eingesetzt werden könne. Der Stab hob
hervor, dass es sich dabei nicht um eine Schätzung des
beizulegenden Zeitwerts handele. Vielmehr liege das Ziel
darin, die Variabilität und die Kosten der Erstellung
einer solchen Schätzung zu reduzieren.
Die Boardmitglieder baten den Stab, in dem
Diskussionspapier deutlich zu machen, dass die Angaben
zu Vermögenswerten aus mineralischen Reserven und Öl und
Gas in Abhängigkeit des verwendeten Bewertungsattributs
abweichen würden.
Andere Arten von wertbasierten Informationen
Der Stab schlug vor, dass in dem Diskussionspapier
auch eine Alternative zum Ansatz über den Marktwert
enthalten sein solle. Nach diesem Ansatz würden den
Adressaten Informationen zur Kostenstruktur und zur
erwarteten Produktion zur Verfügung gestellt. Nach
Ansicht des Stabs würde das den Adressaten erlauben,
ihre eigenen Bewertungen vorzunehmen. Der Board schien
dem zuzustimmen.
Sensitivitätsanalyse
Der Stab schlug vor, Sensitivitätsanalysen zu
verlangen, um den Adressaten zu ermöglichen, die
Unsicherheiten bei Mengenschätzungen einzuschätzen. Der
Board schien dem zuzustimmen.
Zeitreihen zu Explorations-, Entwicklungs- und
betriebsbedingt entstandenen Kosten
Es wurde vorgeschlagen, Zeitreiheninformationen zu
bestimmten entstandenen Kosten zu verlangen. Als Antwort
auf die frage eines Boardmitglieds wurde erklärt, dass
es sich um barmittelbasierte Informationen handele. Ein
möglicher Zeithorizont könne bei fünf Jahren liegen.
Der Stab gab dann einen kurzen Bericht über eine
Sitzung mit der Initiative „Publish what you pay‟ („Veröffentliche, was Du zahlst‟).
Es wurde deutlich, dass die initiative um Änderungen bei
den länderspezifischen Angaben und ausführlichere
Kostenangaben gebeten hat.
Formulierung des
Diskussionspapiers
Der Stab setzte den Board davon in Kenntnis, dass er
beabsichtige, nur die Ansichten des Stabs darzustellen
und keine vorläufigen Sichtweisen des Boards. Es solle
als IASB-Dokument veröffentlicht werden. Es solle
außerdem eine Erklärung geben, warum das Projekt
unternommen worden sei, und eine Reihe von Fragen. Der
Stab führte den Board durch die vorgeschlagene Struktur
des Papiers und erläuterte die Sichtweisen, die der Stab
vertreten würde. Der Board schien dem gewählten Ansatz
zuzustimmen.
Der Vorsitzende dankte dem Stab und hob die
hervorragende geleistete Arbeit hervor.
August 2009: Rohstoffindustrien – Rohentwurf eines Diskussionspapiers
Der IASB hat auf seiner Internetseite den Rohentwurf eines Diskussionspapiers zu Rohstoffindustrien eingestellt.
Der Entwurf wurde von einer Projektgruppe erstellt, in der Stabsmitarbeiter der nationalen Standardsetzer aus Australien, Kanada,
Norwegen und Südafrika zusammenkamen. In dem Papier werden Rechnungslegungssachverhalte im Zusammenhang mit der Suche nach und dem
Finden von Mineralien, Öl- und Erdgasvorkommen, der Entwicklung dieser Vorkommen sowie der Förderung der Mineralien, des Öls und des
Erdgases behandelt. In dem Papier wird ausgeführt, dass ein Fehlen umfassender IFRS-Literatur zu diesem Thema dazu beigetragen hat,
dass sich unter den IFRS unterschiedliche Handhabungen herausgebildet haben. In dem Papier werden die Sachverhalte einer Durchsicht
unterzogen und Empfehlungen der Projektgruppe ausgesprochen. Das Papier wird lediglich zu Informationszwecken eingestellt
Stellungnahmen werden nicht erbeten. Der IASB plant, um Stellungnahmen zu den Vorschlägen der Projektgruppe erst im ersten Quartal 2010
zu ersuchen. Das Projekt ist derzeit noch nicht Teil des aktiven Arbeitsprogramms des IASB. Der IASB hat sich darauf verständigt,
dass, wenn er das Projekt zu Rohstoffindustrien auf seine Agenda nimmt, er das Diskussionspapier als erste Stufe seines
Standardsetzungsprozesses ansehe. In diesem Fall würde der IASB als nächste Projektphase einen Standardentwurf herausgeben.
Zu den wesentlichen Vorschlägen in dem Rohentwurf gehören die folgenden:
 |
Ansatz von Vermögenswerten. Die Projektgruppe schlägt vor, dass juristisch durchsetzbare Rechte wie beispielsweise
Such- und Schürfrechte die Grundlage für einen Mineralien- bzw. Öl-und-Gas-Vermögenswert sein sollten. Der Vermögenswert
wird aktiviert, wenn das juristisch durchsetzbare Recht erworben wird. Informationen, die man aus nachfolgender Suche,
Evaluationstätigkeiten und Entwicklungsarbeiten erlangt, die unternommen werden, um Zugang zu den Mineral- bzw. Öl- und
Gasvorkommen zu erlangen, würden sämtlich als Erhöhungen des juristisch durchsetzbaren Vermögensrechts behandelt. |
 |
Bewertung. Die Sichtweise der Projektgruppe sieht so aus, dass diese Vermögenswerte zu historischen Kosten
bewertet werden sollten und dass zusätzlich ausführliche Angaben über die Vermögenswerte in Form von Mineralien resp.
Öl und Gas geleistet werden sollten, um die Relevanz des Abschlusses zu erhöhen. |
 |
Bilanzierungsobjekt. Der Sichtweise der Arbeitsgruppe zufolge würde die geografische Grenze des Bilanzierungsobjekts
entsprechend den gehaltenen Schürfrechten definiert. In dem Maße, wie Such-, Evaluations- und Entwicklungsarbeiten stattfinden,
wird sich das Bilanzierungsobjekt solange zunehmend verkleinern, bis es maximal einem einzelnen Gebiet oder einer Gruppe an
zusammenhängenden Gebieten entspricht, für die juristisch durchsetzbare Rechte gehalten und die eigenständig geführt werden
und von denen erwartet wird, dass sie im Großen und Ganzen voneinander unabhängige Zahlungsströme generieren. |
|
Hier kommen Sie zur
Projektseite auf der Internetseite des IASB, von der der Entwurf heruntergeladen werden kann.
April 2010: IASB veröffentlicht Diskussionspapiers
Der IASB hat auf seiner Internetseite ein Diskussionspapier zu Rohstoffindustrien eingestellt. Das Papier wurde von einer
Projektgruppe erstellt, in der Stabsmitarbeiter der nationalen Standardsetzer aus Australien, Kanada, Norwegen und Südafrika
zusammenkamen. In dem Papier werden Rechnungslegungssachverhalte im Zusammenhang mit der Suche nach und dem Finden von Mineralien, Öl-
und Erdgasvorkommen, der Entwicklung dieser Vorkommen sowie der Förderung der Mineralien, des Öls und des Erdgases behandelt. Das
Diskussionspapier stellt nur die Sichtweise der Arbeitsgruppe dar; es ist nicht als vorläufige Sichtweise des Boards anzusehen. Nach
Erwägung der Stellungnahmen, die zu dem Diskussionspapier eingehen wird der Board entscheiden, ob das Projekt auf die aktive Agenda
genommen werden soll. In der Presseerklärung des IASB heißt es:
| Der gegenwärtige Standard, IFRS 6 Exploration und Evaluierung von mineralischen Ressourcen, wurde
2004 als Zwischenstandard veröffentlicht und soll bei Abschluss dieses Projekts ersetzt werden. Die bestehenden IFRS widmen sich
nicht ausdrücklich der Bilanzierung der Erschließung und dem Abbau von Mineralien, Ölen und Gasen und enthalten keine
spezifischen Angabevorschriften, die den Adressaten dabei helfen würden, die Art und das Ausmaß der Risiken einzuschätzen, die
mit den Erschließungs- und Förderungsaktivitäten verbunden sind. Aufgrund des Mangels an Leitlinien, weichen die Bilanzierungs-
und Angabepraxis von Unternehmen der Rohstoffindustrie oft nach Branche, Rechtskreis und Unternehmensgröße voneinander ab. Im
heute veröffentlichten Dokument wird erörtert, wie ein möglicher Standard zu Rohstoffindustrien sich diesen Sachverhalten
annehmen und dadurch die Relevanz und die Vergleichbarkeit von Abschlüssen verbessern kann. |
Die Kommentierungsfrist zum Diskussionspapier endet am 30. Juli 2010. Folgende Dokumente stehen Ihnen in englischer Sprache
zur Verfügung:
|