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Rohstoffindustrien – Umfassendes Projekt

Chronologie

 

bullet Projekt vom IASC übernommen
bullet 30. November 2000, IASC-Thesenpapier veröffentlicht
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im April 2005 – Unterrichtseinheit
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juli 2005 – Unterrichtseinheit
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im Oktober 2006 – Unterrichtseinheit
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juni 2007
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im März 2008
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juni 2008
bullet August 2008: Broschüre von Deloitte Kanada IFRS und die Bergbaubranche
bullet Diskussion auf der IASB-Sitzung im September 2008
bullet 10. August 2009: Rohentwurf eines Diskussionspapiers erschienen
bullet 6. April 2010: IASB veröffentlicht Diskussionspapier

 

 

Zeitplan

 

bullet Hier können Sie den Zeitplan für die IASB-Projekte einsehen

 

 

IASC veröffentlicht Thesenpapier

 

Am 30. November 2000 veröffentlichte das IASC ein Thesenpapier zur Rechnungslegung von Forschungs- und Produktionstätigkeiten von Unternehmen der Bergbau-, Öl- und Gasbranche – gemeinsam als Rohstoffindustrien bezeichnet. Die Kommentierungsfrist lief am 30. Juni 2001 ab. Die englischsprachige Presseerklärung zum Thesenpapier können Sie hier einsehen.

 

Zusammenfassung des Thesenpapiers

 

Das Thesenpapier stellt die erste Stufe eines Projekts zur Entwicklung eines Bilanzierungsstandards für die Rohstoffindustrien dar. Im Thesenpapier werden die verschiedenen Bilanzierungs- und Berichtssachverhalte, Alternative Lösungen, Argumente für und gegen die Alternativen sowie Hintergrundinformationen einschließlich einer Zusammenfassung der relevanten Literatur aus dem akademischen Bereich und einer Zusammenfassung der Bilanzierungsstandards in verschiedenen Ländern dargestellt. Ein Lenkungsausschuss und Stabsmitarbeiter des IASB sind für die Entwicklung des Thesenpapiers verantwortlich. Vorläufige Sichtweisen des Lenkungsausschusses zu einer Reihe von Sachverhalten werden in dem Thesenpapier ebenfalls enthalten sein.

 

Das IASC-Projekt hat lediglich 'Upstream'-Aktivitäten zum Gegenstand, d.h. die Suche nach und die Verarbeitung von Bodenschätzen. Es beinhaltet keine 'Downstream'-Aktivitäten wie das Raffinieren, die Vermarktung und den Transport.

 

Zu den kritischen Sachverhalten gehören die nachfolgend genannten:

 

bullet die Abgrenzung der aktivierbaren Kosten für Suche, Erwerb und Entwicklung von Vorkommen an Bodenschätzen dem Grunde nach;
bullet die Art der Abschreibung der aktivierten Kosten;
bullet das Ausmaß, in dem Mengen und Werte von Vorkommen an Bodenschätzen und nicht die Kosten Treiber von Ansatz, Bewertung und Angaben sind und
bullet die Art und Weise, wie Vorkommen an Bodenschätzen definiert, klassifiziert und bewertet werden.

 

Gegenwärtig variieren die Bilanzierungsstandards und -weisen in der Öl- und Bergbaubranche stark zwischen Ländern und innerhalb einzelner Länder. Nahezu alle Unternehmen verweisen historische Kosten an Stelle von Werten als Grundlage ihrer Bilanzierung (obwohl viele einige Maße der geschätzten Reservewerte angeben). Die beiden meistverwendeten kostenbasierten Methoden – bekannt als Bilanzierung erfolgreicher Bemühungen und Vollkostenbilanzierung – sind ein Beleg für die großen Unterschiede in der heutigen Bilanzierungspraxis.

 

Bei der Bilanzierung erfolgreicher Bemühungen – die von den meisten großen und vielen kleineren Öl- und Gasunternehmen sowie einigen Bergbauunternehmen verwendet wird – werden Kosten, die unmittelbar zur Auffindung mineralischer Vorkommen aktiviert, während Kosten, die nicht unmittelbar zu mineralischen Vorkommen führen, als Aufwand erfasst werden. Auf der anderen steht die Vollkostenbilanzierung, bei der alle Kosten, die bei der Suche nach, dem Erwerb und der Entwicklung mineralischer Vorkommen in einer großen Kostenstelle wie einem Land oder einem Kontinent anfallen, als Teil der Kosten aktiviert, die zur Auffindung irgendwelcher Reserven geführt haben, selbst wenn bestimmte Kosten bei einer Maßnahme angefallen sind, die sich eindeutig als Fehlschlag erwiesen hat. Die Vollkostenbilanzierung wird von vielen mittelgroßen und kleinen Ölunternehmen verwendet, seltener allerdings von Bergbauunternehmen. Viele Bergbauunternehmen verwenden einen Ansatz, der irgendwo zwischen der Bilanzierung erfolgreicher Bemühungen und der Vollkostenbilanzierung steht.

 

Ferner gibt es nicht eine Methode erfolgreicher Bemühungen oder eine Vollkostenmethode – in der Praxis findet man viele Varianten. Bilanzierungsunterschiede gehen weit über die Aktivierung von Kosten hinaus und beinhalten solche Sachverhalte wie die Frage, wie aktivierte Kosten abzuschreiben und Wertminderungen zu erfassen sind und wie man zukünftige Rekultivierungskosten zurückstellt. In den Rohstoffindustrien gibt es auch einzigartige Bilanzierungssachverhalte auf Gebieten wie der Erlöserfassung, der Vorräte sowie bei Vereinbarungen, die zwei oder mehr Unternehmen erlauben, die Risiken der Suche nach und der Entwicklung mineralischer Vorkommen zu teilen.

 

Infolge des weitreichenden Interesses an diesem Projekt hat das IASC das Thesenpapier an Führungskräfte im Finanzwesen von annähernd 300 Rohstoffunternehmen weltweit mit der Bitte versendet, sich die Sachverhalte anzusehen und dem IASC eine Stellungnahme bis zum 30. Juni 2001 abzugeben.

 

Das Thesenpapier ist 412 Seiten lang; zusätzlich hat das IASC eine separate 44seitige Broschüre veröffentlicht, in der die Sachverhalte summengefasst werden. Am 30. Januar 2001 gab das IASC eine elektronische Fassung seines Thesenpapiers zu Rohstoffindustrien frei:

 

bullet Vollständiges Dokument (in englischer Sprache, 576 KB)
bullet Zusammenfassung der Sachverhalte (in englischer Sprache, 198 KB)

 

Die vorläufige Sichtweise des Lenkungsausschusses

 

Um Unternehmen einen Rahmen für die Abgabe von Stellungnahmen zur Verfügung zu stellen, werden in dem Thesenpapier die vorläufigen Ansichten, die der Lenkungsausschuss des IASC zu den wichtigen Sachverhalten entwickelt hat, dargestellt. Nachfolgend geben wir die grundlegendsten Schlussfolgerungen wieder:

 

bullet Die Kernabschlussbestandteile sollten auf historischen Kosten und nicht auf geschätzten Reservewerten basieren.
bullet Der Lenkungsausschuss bevorzugt die Anwendung einer kostenbasierten Methode, die eher mit dem herkömmlichen Konzept der erfolgreichen Bemühungen als mit anderen Konzepten wie der Vollkostenmethode in Einklang steht.

 

in der nachfolgenden Tabelle geben wir die Vorschläge des Lenkungsausschusses zu den in den verschiedenen Phasen von Upstream-Aktivitäten angefallenen Kosten wieder:

 

DIE VORSCHLÄGE DES LENKUNGSAUSSCHUSSES ZU DEN KOSTEN,
DIE IN DEN VERSCHIEDENEN PHASEN VON UPSTREAM-AKTIVITÄTEN ANFALLEN
Kosten vor dem Erwerb, die für die Aufsuchung, die Beurteilung und die Suche anfallen Verrechnung als Aufwand bei Anfall
Unmittelbare und inkrementelle Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb der Liegenschaft Aktivierung als Vermögenswert
Kosten nach dem Erwerb, die für die Beurteilung und die Suche anfallen Erstmalige Erfassung als Vermögenswert unter dem Vorbehalt der Feststellung, ob kommerziell ausbeutbare Reserven gefunden wurden. Eine 'Deckelung' sollte vorgesehen werden.
Entwicklungskosten Aktivierung als Vermögenswert
Herstellungskosten, die sich auf eine einzelne Schürfkostenstelle beziehen Aktivierung als Teil der Kosten dieser Kostenstelle
Herstellungskosten, die sich auf mehr als eine einzelne Schürfkostenstelle beziehen Bilanzierung in derselben Weise wie bei anderweitigem Sachanlagevermögen nach IAS 16
Kosten nach der Produktion, die für Suche und Entwicklung anfallen Gleiche Behandlung wie bei anderen Such- oder Entwicklungskosten

 

bullet Die Kosten sollten entsprechend dem Tätigkeitsfeld oder den geografischen Einheiten unterhalb eines Tätigkeitsfeldes angesammelt werden (bspw. einem Feld oder einer Mine).
bullet Alle Mitglieder des Lenkungsausschusses befürworten die Angabe von Reservemengen. Der Lenkungsausschuss ist aber geteilter Ansicht hinsichtlich der Angabe von Reservewerten.
bullet Die Angabe von überprüften und wahrscheinlichen Reserven sollten getrennt angegeben werden. Innerhalb der überprüften sollten die geprüften entwickelten und die geprüften nicht entwickelten getrennt angegeben werden.

 

Inhalte des Thesenpapiers

 

INHALTE DES IASC-THESENPAPIERS: ROHSTOFFINDUSTRIEN

Kapitel 1: Anwendungsbereich

Kapitel 2: Beschreibung von Upstream-Aktivitäten

Kapitel 3: Reservenschätzung und -bewertung

Kapitel 4: Anschaffungskostenkonzepte der Bilanzierung von der Produktion vorgelagerten Tätigkeiten

Kapitel 5: Wertbasierte Konzepte der Bilanzierung von der Produktion vorgelagerten Tätigkeiten und Reserven

Kapitel 6: Anschaffungskostenbilanzierung bei Kosten vor Aufnahme der Produktion

Kapitel 7: Abschreibung aktivierter Kosten

Kapitel 8: Beseitigung und Wiederherstellung

Kapitel 9: Wertminderung aktivierter Kosten in Bezug auf Mineralien

Kapitel 10: Bilanzierung von Erfolgen

Kapitel 11: Ansatz und Bewertung von Vorräten

Kapitel 12: Die Bildung von Vereinbarungen über die Teilung von Risiken und Kosten

Kapitel 13: Kauf, Verkauf und Stilllegung von Minen

Kapitel 14: Spezielle Angaben im Abschluss von Rohstoffindustrien: Mengen und Werte von Reserven

Kapitel 15: Spezielle Angaben im Abschluss von Rohstoffindustrien: Sonstige Angaben

Kapitel 16: Untersuchungen zu Ansatz und Angaben von Reserven

Glossar

Anhänge:

Anhang A: Zusammenfassung nationaler Bilanzierungsstandards für Rohstoffindustrien

Anhang B: Definitionen von Reserven in der Öl- und Bergbaubranche

Anhang C: Bibliographie und Verzeichnis der Abkürzungen

 

Deloittes Stellungnahme zum Thesenpapier des IASB

 

Die englischsprachige Stellungnahme von Deloitte zum Thesenpapier des IASC können Sie hier einsehen (136 KB). Unsere Grundausrichtung:

 

bullet Wir unterstützen die Entwicklung eines International Accounting Standards für Unternehmen der Bergbau- und Öl- und Gasbranche sehr.
bullet Gegenwärtig ist ein Konzept der historischen Kosten für die Bilanzierung in Rohstoffindustrien sachgerechter als ein Bilanzierungsmodell, das auf der Schätzung der beizulegenden Zeitwerte der mineralischen Besitzungen und Vorkommen aufbaut.
bullet Im Zusammenhang mit dem Modell der historischen Kosten besteht ein dringender Bedarf an der Erreichung einheitlicher Ansatz-, Bewertungs- und nachfolgenden Abschreibungsvorschriften für Vermögenswerte mit Bezug zur Rohstoffindustrie, insbesondere des Ausgaben vor Produktionsbeginn. Wir befürworten die folgende Behandlung von vor Produktionsbeginn anfallenden Kosten:
bullet Kosten im Zusammenhang mit der Aufsuchung und Suche vor dem Erwerb: Verrechnung als Aufwand
bullet Erwerb von Analgen (unmittelbar und inkrementell): Aktivierung
bullet Kosten für die Suche vor dem Erwerb: Aktivierung
bullet Kosten im Zusammenhang mit der Beurteilung und Einwertung: Aktivierung
bullet Entwicklungskosten: Aktivierung
bullet Herstellungskosten: Aktivierung
bullet Alle aktivierten Kosten unterliegen der planmäßigen Abschreibung und einem Werthaltigkeitstest auf der Grundlage des Veräußerungswerts der erworbenen Rechte

 

Deloittes Bergbauanalyse

 

Click to Download, 519k PDF Unsere internationalen Kollegen haben eines Broschüre veröffentlicht, in der die Sachverhalte ausdem Thesenpapier des IASC zu Rohstoffindustrien aus der Sicht von Bergbauunternehmen zusammengefasst und analysiert werden. Die englischsprachige Broschüre können Sie hier herunterladen (519 KB).

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im April 2005 – Unterrichtseinheit

 

Der Board erhielt eine einführende Unterrichtseinheit zu Bodenschätzen und Öl- und Gasvorkommen mit Schwerpunkten auf Einflussfaktoren auf die Schätzung von Vorkommen und Reserven und auf den Hauptkennzeichnungen und -klassifikationssystemen der Reservenberichtserstattung, die in der Rohstoffbranche Verwendung finden.

 

Die erste Präsentation zu Berichtsstandards über Vorkommen und Reserven von Bodenschätzen wurde per Videoschaltung aus Melbourne von Pat Stephenson gehalten, Mitglied und früherer Vorsitzender des Gemeinschaftlichen Erzvorkommensausschusses (Joint Ore Reserves Committee, JORC).

 

Eine weitere Präsentation zu Klassifikation von Vorkommen und Reserven und Berichtsstandards für Öl und Gas wurde von Duncan Frost gehalten, Mitglied des Ausschusses für Öl- und Gasreserven der Gesellschaft der Erdölingenieure (The Society of Petroleum Engineers, SPE).

 

Entscheidungen wurden nicht getroffen.

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juli 2005 – Unterrichtseinheit

 

Zweck dieser öffentlichen Unterrichtseinheit im Juli 2005 zum Thema der Ausbeutung von Bodenschätzen war es:

 

bullet das Verständnis der Boardmitglieder für folgende Sachverhalte zu vertiefen:
bullet die wichtigsten Elemente der bestehenden Abgrenzung der Begriffe „Reserven“ und „Ressourcen“ sowohl für Mineralien als auch für Öl und Gas,
bullet die Ähnlichkeiten und Unterschiede dieser Begriffsabgrenzungen – sowie der beiden Branchen im Allgemeinen,
bullet den Boardmitgliedern eine weitere Möglichkeit einzuräumen, Experten zum Thema Öl und Gas über Reserven und Ressourcen zu befragen, sowie
bullet eine erste Reaktion des Boards zur möglichen Stoßrichtung bei der Definition der Begriffe „Reserven“ und „Ressourcen“ für Zwecke der Rechnungslegung auszuloten.

 

Ein Großteil der Diskussion drehte sich um die verschiedenartigen Abgrenzungen der Begriffe „Reserven“ und Ressourcen“, inkl. der der US-Börsenaufsicht SEC. Der Board deutete an, dass man die Absicht habe, eine allgemeine Definition für Zwecke der Rechnungslegung zu entwickeln und erst dann einige der Unterschiede zwischen den bestehenden Definitionen und Wahrscheinlichkeitsschätzungen etc. in die Überlegungen bei der Ausarbeitung der Bewertungs- und Angabevorschriften des Standards mit einzubeziehen.

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im Oktober 2006 – Unterrichtseinheit

 

Der Board hielt eine Unterrichtseinheit zu seinem Projekt zur Ausbeutung von Rohstoffen ab. Vertreter des Untersuchungsteams stellten die Ergebnisse der Untersuchung darüber vor, ob der beizulegende Zeitwert einen passenden Wertmaßstab und/oder eine Angabegröße für die Rohstoffindustrie darstellt.

 

Die Vertreter konzentrierten sich auf das Agendapapier 4D (erhältlich über die IASB-Website). In dem Papier wird der Frage nachgegangen, ob der beizulegende Zeitwert entweder als Wertmaßstab oder als Angabegröße bei Rohstoffindustrien die qualitativen Charakteristika zur Bereitstellung nützlicher Informationen über die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens erfüllt. Das Untersuchungsteam berichtete, dass die Nutzer mehr Hilfestellung bei der Offenlegung der notwendigen Parameter zur Durchführung ihrer eigenen Bewertungen angeregt hätten, anstatt für die Berichterstattung von beizulegenden Zeitwerten. Aufgrund der fehlenden Unterstützung für den beizulegenden Zeitwert als Wertmaßstab zusammen mit Schwierigkeiten bei der Ermittlung verifizierbarer Schätzungen des beizulegenden Zeitwerts und wesentlichen Anpassungskosten zur Schätzung dieses Wertes brachte das Untersuchungsteam seine Bedenken dahin gehend zum Ausdruck, den beizulegenden Zeitwert als den Wertmaßstab vorzuschreiben.

 

Der Board diskutierte darüber, welchen Schwierigkeiten die Rohstoffindustrie gegenüberstehen würde, wenn sie den beizulegenden Zeitwert von Rohstoffreserven und -vorkommen ermitteln sollte, und inwiefern sich dies von anderen Branchen unterscheiden würde. Die Alternative zum beizulegenden Zeitwert würde darin bestehen, Rohstoffreserven und -vorkommen weiterhin zu Anschaffungskosten zu bewerten. Die Board-Mitglieder äußerten im Allgemeinen, dass sie von der Alternative nicht viel halten würden, und sie schienen es nicht ganz nachvollziehen zu können, wieso die Nutzer mehr daran interessiert sein sollten, was für Vorkommen bzw. Reserven bezahlt worden ist, anstatt was diese tatsächlich wert sind. Der Board merkte an, dass er keinen Sinn in der Fortführung dieses Projektes sehen würde, wenn es sich bezüglich des Wertmaßstabs auf den Anschaffungskosten beruhen würde.

 

Der Board forderte das Untersuchungsteam auf, noch einmal weiter zu untersuchen, welche Schwierigkeiten bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes bei Vorkommen bzw. Reserven entstehen können und dieses irgendwann in der Zukunft erneut vorzubringen.

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juni 2007

 

Der Board hielt zwei Unterrichtseinheiten zum Projekt zur Ausbeutung von Bodenschätzen ab. Die erste war ein Bericht des Projektteams, die zweite war eine interaktive Einheit, an der Analysten, die sich mit Rohstoffindustrien beschäftigen, teilnahmen.

 

Bericht des Projektteams: Konvergenz von Definitionen

 

Das Projektteam stellte dem Board einen Bericht vor, der den Fortschritt einer Überprüfung zum Inhalt hat, die herausfinden soll, wie die Möglichkeiten sind, dass die im Rohstoffsektor geltenden Definitionen von Reserven und Ressourcen mit denen, die in der Ölbranche gelten, übereingebracht werden können. Diese Untersuchung wird vom SPE/CRIRSCO-Konvergenzteam durchgeführt, einer Arbeitsgruppe der Industrie, der Mitglieder des Komitees für Öl- und Gasreserven der Gesellschaft der Erdölingenieure (Society of Petroleum Engineers Oil and Gas Reserves Committee, SPE OGRC) und des Komitees für Internationale Berichtsstandards für Rohstoffreserven (Committee for Mineral Reserves international Reporting Standards, CRIRSCO) angehören. In einem Vortrag stellte ein Vertreter von SPE OGRC dar, das das, was die beiden Gruppen zu erreichen suchten, Konvergenz der Bewertungsmethoden sei. Wie diese Methoden beschrieben würden, könnte nicht übereingebrachte werden (aus unterschiedlichen historischen und betrieblichen Gründen), aber die verwendeten Definitionen und Beschreibungen würden aufeinander abgebildet, so dass Verwechselungen auf ein Minimum reduziert würden.

 

Ein Boardmitglied hielt fest, dass diese Bemühungen von äußerster Wichtigkeit für das Projekt des IASB seien. Die Zusammenführung der Definitionen von Reserven und Ressourcen sei ein notwendiger Schritt, der dem Board bei dessen Untersuchungen helfen würde, ob es die resultierenden Daten als Grundlagen für Bilanzierung verwenden wolle.

 

Boardmitglieder hinterfragten und diskutierten verschiedene Aspekte der Definitionen, insbesondere die Aspekte der Definitionen, die besondere rechnungslegungsbezogene Handlungen auslösen könnten. Einige drückten Anerkennung für die Bemühungen der beiden Sektoren aus, ihre Definitionen in Übereinstimmung zu bringen, und sagten, dass diese nützlich sein könnten, wenn das Projektteam seine Arbeit fortsetzt.

 

Der Vorsitzende dankte den Vertretern von CRIRSCO und SPE für ihre Bemühungen und lobte den Fortschritt, der gemacht worden sei. Sie seien sehr hilfreich für den IASB, während sie sich selbst auf diesem Gebiet weiterbildeten, und es sei aus dem Interesse, das ihnen auch aus anderen Bereichen entgegengebracht würde, wie beispielsweise durch das Projekt zur Entwicklung eines Rahmenkonzepts zur Klassifizierung der Vereinten Nationen (United Nations Framework Classification project, UNFC), deutlich, dass ihre Arbeit auch jenseits der Arbeit des IASB von Bedeutung sei.

 

Erörterung der Umfrage unter Adressaten

 

In der zweiten Unterrichtseinheit präsentierte und erörterte das Projektteam die Ergebnisse einer Umfrage, die es durchgeführt hatte, um die Informationsbedürfnisse von Adressaten, die Unternehmen aus der Rohstoffbranche und der Ölindustrie analysieren, besser verstehen zu können. Sie wurden von vier britischen Analysten von Cazenove, Fidelity Investments und UBS begleitet.

 

Das Projektteam hatte Interviews mit 34 Analysten durchgeführt und zwar von der Käuferseite, der Verkäuferseite, aus dem Risikokapitalbereich, von Kreditgebern und aus dem Schuldenrating. Die Analysten stammten aus einer Vielzahl von Rechtskreisen. Die Hauptergebnisse der Umfrage unter den Adressaten waren die folgenden:

 

bullet Die Abschlüsse und die Angaben stellen manche Informationen zur Verfügung, die für die Adressaten wichtig sind, die eine informierte Anlageentscheidung in Bezug auf eine Öl- oder Gasfirma fällen wollen - hauptsächlich Informationen zum Kapitalfluss und den Aufwendungen des Berichtsjahres -, aber die Informationen, die in den Abschlüsse und den Angaben zur Verfügung gestellt werden, allein reichen nicht aus, um die Bedürfnisse der Analysten zu befriedigen, und viele Informationen werden aus anderen Quellen bezogen;
bullet es gibt nur ein sehr geringes Interesse, eine Bewertung der Reserven und Ressourcen (zum Marktwert oder zum beizulegenden Zeitwert) in die Bilanz aufzunehmen;
bullet es gibt nur ein geringes Interesse, eine Angabe zur Bewertung der Reserven und Ressourcen (zum Marktwert oder zum beizulegenden Zeitwert) zu machen;
bullet die Bewertung in der Bilanz von Vermögenswerten aus Reserven oder Ressourcen mit einem Modell historischer Kosten (zum Beispiel Successful-Effort-Modell (Ansatz nur bei erfolgreicher Probebohrung uns Ausbeutung), Full-Cost-Methode (Gesamtkostenansatz) oder Area-of-Interest-Modell (Ansatz nach geologischen Merkmal, zum Beispiel einer Mine oder einem Feld, das sich für eine zusammenhängende Erforschung und Entwicklung eignet) biete wenig nützliche Informationen;
bullet die Analysten würden allgemein gern mehr und/oder verbesserte Angaben zu Schlüsselbewertungseingaben haben, so dass sie diese Eingaben in ihre eigenen Bewertungsmodelle einbauen können; und
bullet Abzeichnung durch den Aufsichtsrat wurde allgemein als der vorgezogene Prozess zur Bestätigung der oder Verantwortlichkeit für die Angaben zur Informationen zu Reserven angesehen.

 

Boardmitglieder und die eingeladenen Analysten diskutierten verschiedene Aspekte der Umfrageergebnisse. Weite Teile der Diskussion drehten sich um die Erdölindustrie. Es wurde festgehalten, dass manche der nach FAS 69 und nach verwandten Angabeforderungen der SEC geforderten Angaben nützliche Informationen liefern würden. Diese Angaben hatten in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen erfahren.

 

Darüber hinaus stellen Gesellschaften weitere Materialien zur Verfügung. Obwohl ähnlich würden diese Materialien doch nicht auf einer einheitlichen Basis erstellt.

 

Die anwesenden Analysten drückten unterschiedliche Meinungen bezüglich der Nützlichkeit der Bewertung von Reserven und Ressourcen in der Bilanz aus. Bedenken über Subjektivität und über die Tatsache, dass einer Zahl, die mit Schätzfehlern beladen ist, "zuviel Glaubwürdigkeit" zugerechnet werden könnte, lagen diesen Ansichten zugrunde. Eine Unterteilung der Eingaben würde den Analysten helfen, Vergleiche über die Gesellschaften der Branche hinweg zu ziehen. Einige Boardmitglieder wiesen darauf hin, dass solche Bedenken auch hinsichtlich anderer Sachverhalte angemeldet werden könnten, zu denen derzeit eine Zahl in der Bilanz angegeben wird. Ähnliche Sachverhalte wie die in der Rohstoffindustrie träten auch in anderen Bereichen spekulativer Entwicklung auf, zum Beispiel in der Medikamentenentwicklung.

 

Einige Boardmitglieder fragten was denn, wenn man die derzeitigen Bewertungen für nicht nützlich hielte, gemacht  werden könnte, um Bilanzinformationen auf Basis historischer Anschaffungskosten nützlicher zu machen. Gäbe es Möglichkeiten für den Board, nützlichere Informationen zu verlangen; Informationen, die bei der Bewertung von Kosten und zukünftigen Cash Flows helfen könnten? Würde es insbesondere hilfreich sein, sich auf Informationen zu konzentrieren wie diejenigen, die derzeit in einigen Rechtskreisen zu "vorgeschalteten" und "Anfangs"-Aktivitäten zur Verfügung gestellt würden - wie zum Beispiel diejenigen in den USA für Unternehmungen der Entwicklungsphase -, wo Informationen über bestimmte Aufwendungen immer noch auf irgendeine Art und Weise erfasst würden?

 

Analysten und Boardmitglieder erkannten die mögliche Überscheidung zwischen Informationen im Abschluss und den Angaben und denen, die im Lagebericht erörtert würden. Viele der subjektiveren Informationen, die vom Hauptentscheidungsträger der Geschäftsführung analysiert würden seien ebenso wichtig wie diejenigen im Abschluss.

 

Ohne auf branchenspezifische Aspekte einzugehen, gäbe es immer noch die Möglichkeit die Erörterung verschiedener Arten von Daten zur Einkommensgenerierung, dem Ergebnis der Geschäftstätigkeit usw. zu verlangen.

 

Das Projektteam fragte die Mitglieder des Boards zu ihren Ansichten hinsichtlich möglicher Ansätze zur Bilanzierung, die in das Diskussionspapier aufgenommen werden könnten. Der Stab schlug ein Marktwertmodell und ein Modell mit historischen Anschaffungskosten mit verbesserten entscheidungsnützlichen Angaben vor.

 

Ein Boardmitglied hielt fest, dass es übergreifende Sachverhalte gebe, insbesondere das Thema "Rechnungseinheit", derer man sich annehmen müsse, bevor eine Entscheidung zur Bilanzierung getroffen werden Könnte. Nach weiterer Diskussion entschied der Board, dass das Projektteam mit der Entwicklung der beiden vorgeschlagenen Modelle fortfahren solle.

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im März 2008 (Diskussion an zwei aufeinander folgenden Tagen)

 

13. März 2008 – Lehreinheit: Definition von Reserven und Ressourcen

 

Neben dem IASB waren Mitglieder von der Forschungsgruppe zu Rohstoffindustrien des IASB anwesend sowie Mitarbeiter des Stabs des Leiters Rechnungslegung der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht (SEC).

 

Die Sitzung gab dem Board Gelegenheit, sich über Entwicklungen in den Vereinigten Staaten in Bezug auf die Definition von Öl- und Gasreserven und die entsprechenden Angabeerfordernisse. Insbesondere stellte der Stab den Inhalt des kürzlich veröffentlichten Konzeptentwurfs zur möglichen Überarbeitung der Angabeerfordernisse bezüglich der Öl- und Gasreserven (Concept Release on Possible Revisions to the Disclosure Requirements Relating to Oil and Gas Reserves, in englischer Sprache, 371 KB) vor. Der Konzeptentwurf war veröffentlicht worden, um das allgemeine Interesse an einer Überarbeitung der derzeitigen Angabeerfordernisse hinsichtlich Öl- und Gasreserven zu eruieren, die aus der Zeit zwischen 1978 und 1982 stammen. Insbesondere war sich die SEC der Bedenken bewusst, dass ihre Vorschriften nicht an die derzeitige Praxis angepasst worden war und dass daher Anlegern vielleicht nicht das hilfreichste Bild der Öl- und Gasreserven geliefert würde. Dieser Sachverhalt ist von Bedeutung für das Forschungsprojekt zu Rohstoffindustrien des IASB, weil die Definition von Reserven und Ressourcen ein zentraler Sachverhalt in dem IASB-Projekt ist. Die Sitzung galt der Informationsvermittlung, und es wurden keine Entscheidungen getroffen.

 

Unter Verweis auf die üblichen Vorbehaltsklauseln der SEC hielt der Stab fest, dass seine vorläufige Analyse ergeben habe, dass die eingegangenen Stellungnahmen im Großen und Ganzen in drei Gruppen fallen:

 

bullet diejenigen, die der Meinung Ausdruck verliehen, dass die derzeitigen Anforderungen einen gewünschten Standardisierungsgrad mit sich brächten und nicht großartig geändert werden müssten;
bullet diejenigen, in denen eine umfassendere Änderung gefordert wurde, etwa Übernahme des von der Gesellschaft der Erdölingenieure (The Society of Petroleum Engineers, SPE) entwickelten Ansatzes zur Reservenevaluation, insbesondere das System zur Verwaltung von Erdölressourcen (Petroleum Resource Management System, PRMS) der SPE; und
bullet diejenigen, in denen ein Mittelweg gefordert wurde.

 

Strittige Themen waren die Klassifizierung und die Angabe von Reserven, die Frage, ob die Angabe von Reserven, die keinen „nachgewiesenen Reserven" sind, gestattet sein solle, Bepreisung und Sachverhalte in Bezug auf „ungewöhnlicher" Reserven (beispielsweise Teersand oder Ölschiefer).

 

Der Stab der SEC wies darauf hin, dass die Analyse der Stellungnahmen noch nicht abgeschlossen sei und dass die SEC bis jetzt noch nicht entschieden habe, ob irgendwelche Regeln erlassen werden sollten.

 

Ein Boardmitglied fragte den Stab der SEC, was mit der ersten Frage des Konzeptentwurfs gemeint sei, in der gefragt wurde, ob die SEC eine „prinzipienbasierte Regel" entwickeln solle? Der Stab gab Auskunft, dass die SEC versuche, einen Weg zu finden, die Registranten dazu zu bringen, „in gutem Glauben das Richtige zu tun". Das Boardmitglied zeigte sich erleichtert, dass die SEC offensichtlich „auch nicht besser als man selbst wisse, was ,prinzipienbasiert' bedeute".

 

Ein anderes Boardmitglied fragte, ob die SEC erwogen habe, ob eine Regel, die sie herausgebe, insbesondere hinsichtlich ungewöhnlicher mineralischer Ressourcen und deren Ausbeutung, auch zu einem Standard für Bergbaugesellschaften werden würde oder ob Bergbaugesellschaften weiterhin mehr Freiraum bezüglich der Angaben zu Reserven haben würden. Der Stab gestand ein, dass dieser Sachverhalt überdenkenswert sei, aber hatte keine Antwort parat (ebenso wenig wie der IASB, wie das Boardmitglied feststellte).

 

In Bezug auf die Bepreisung von Reserven wies dasselbe Boardmitglied darauf hin, dass die derzeitigen Regelungen der SEC einen Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate vorschreiben, während Öl zukunftsorientiert bepreist wird. Das Boardmitglied zeigte sich besorgt, dass die SEC weiterhin auf historischen Informationen bestehen könne, während die meisten Marktteilnehmer an zukunftsorientierten Informationen interessiert seien.

 

Da Stab gestand ein, dass  es einen Kompromiss geben müsse zwischen der Stetigkeit, die man mit Hilfe der historischen Informationen erreiche, und der Entscheidungsnützlichkeit für die Vorhersage zukünftiger Kapitalflüsse, die man mit zukunftsorientierter Bepreisung erreichen könne. Dies sei ein Sachverhalt, den die SEC zu entscheiden habe.

 

Der Koordinator der Forschungsgruppe hielt fest, dass von den 80 Stellungnahmen, die bei der SEC eingegangen seien, 12 von Unternehmen stammten, die im Beratungsgruppe des IASB vertreten seien, und dass zwei weitere bei der Entwicklung von Stellungnahmen beteiligt gewesen seien, die von Berufsvereinigungen eingereicht wurden.

 

14. März 2008 – Definitionen von Reserven Ressourcen und Ansatz von Vermögenswerten

 

Neben dem IASB waren Mitglieder von der Forschungsgruppe zu Rohstoffindustrien des IASB anwesend, Vertreter der  Gesellschaft der Erdölingenieure (The Society of Petroleum Engineers, SPE) und (per Videoschaltung) Vertreter des Komitees für internationale Berichtsstandards über mineralische Ressourcen (Committee for Mineral Resources International Reporting Standards, CRIRSCO).

 

Inhalt der Diskussion waren die Fortschritte, die von SPE und CRIRSCO hinsichtlich der Konvergenz ihrer jeweiligen Definitionen von Reserven und Ressourcen erzielt worden waren, und die Frage, ob diese Definitionen für die Verwendung in einem zukünftigen IFRS brauchbar seien, der sich „vorgelagerten" Ausbeutungsaktivitäten von Bodenschätzen und Gas/Erdöl widmet. Die Untersuchung dieser Frage erfolgte auf Einladung des IASB.

 

Die Konvergenzarbeitsgruppe von SPE und CRIRSCO kam zu dem Schluss, dass es einen „hohen Grad von Kompatibilität in der Klassifizierungslogik gäbe, die von Bodenschatz- und Erdölevalutionsunternehmen bei Bestimmung  der Mengen verwendet würden, die von den von ihnen abgebauten Rohstoffe in einem Vorkommen abgebaut und vermarktet werden könnten". Es der Ausdruck „volle Konvergenz" sei allerdings nicht gerecht fertigt.

 

Die Übereinstimmung wurde mit dem folgenden Diagramm verdeutlicht:

 

 

Sowohl in der Erdölbranche als auch bei den Bodenschätzen wird von „nachgewiesenen" („proved") und „wahrscheinlichen" („probable") Reserven und Ressourcen im Sinne von "es spricht mehr dafür als dagegen, dass die Ressourcen vorhanden sind" gesprochen (um die Terminologie des IASB zu verwenden). Im Petroleumsektor wird von „möglichen" Ressourcen gesprochen, um das zu beschreiben, was im Bodenschatzsektor als „gefolgerte" („inferred")  Ressourcen bezeichnet wird. Aus praktischen Gründen wird im Bodenschatzsektor in solche Ressourcen aber nicht viel Vertrauen gelegt.

 

Der Board erörterte Sachverhalte im Umfeld der von SPE/CRIRSCO vorgeschlagenen Definitionen und stellte den anwesenden Vertretern Fragen. Es wurde festgehalten, dass, obwohl die Definitionen relativ fix seien, die Leitlinien zur Anwendung der Definitionen leichter zu ändern seien. Insbesondere die laufenden Arbeiten der SEC bezüglich der Angabeerfordernisse für Öl- und Gasunternehmen (s. entsprechenden Punkt der Mitschrift vom 13. März 2008) könnten Auswirkungen auf das Modell, wie es sich heute darstelle, haben. Der Vertreter von CRIRSCO hielt insbesondere fest, dass die Unternehmen, die Bodenschätze abbauen und die zum Konzeptentwurf der SEC Stellung genommen haben, darauf gedrängt haben, dass Bodenschätze und Öl und Gas eine gemeinsame Angabenordnung haben sollten.

 

Es wurde festgehalten, dass der Bodenschatz- und der Erdölsektor nachgewiesene und wahrscheinliche Reserven zu Bilanzzwecken leicht unterschiedlich sehen (hauptsächlich wegen der SEC-Regelungen) aber dass sie betrieblich ein Kontinuum darstellten, das nach ihren jeweiligen Geschäftsmodellen fortlaufen neu bewertet wird.

 

Dieser Teil der Sitzung diente Informationszwecken, und es wurden keine Entscheidungen gefällt. Der Vorsitzende des IASB dankte jedoch SPE und CRIRSCO dafür, dass sie die Herausforderung angenommen hatten, die ihnen vom IASB gestellt worden war, und für den bedeutenden Beitrag, den sie mit ihrem Bericht zu dem Forschungsprojekt des IASB geleistet hätten.

 

Der Board nahm einen Vorschlag des Stabs an, dass das demnächst erscheinende Diskussionspapier zu einem Forschungsprojekt des IASB auf der Voraussetzung basieren sollte, dass die besten Aussichten für die Definition von mineralischen und Erdöl- und Gasreserven zu diesem Zeitpunkt darin zu bestehen scheinen, die Definitionssysteme von SPE und CRIRSCO zu nutzen. Dies würde den IASB in die Lage setzen, dort, wo es angemessen ist, vergleichbare Bilanzierungs- und Angabeforderungen über alle Rohstoffindustrien hinweg vorzuschlagen. Darüber hinaus sollten die Fortschritte der SEC und des Rahmenkonzepts zur Klassifizierung der Vereinten Nationen (United Nations Framework Classification, UNFC) bezüglich fossiler Energieträger und mineralischer Ressourcen im Auge behalten werden, um festzustellen, ob diese Systeme gangbare Alternativen für die Definition von Reserven und Ressourcen in einem IFRS ergeben würden.

 

Anwendung der Vermögenswertdefinitionen und -ansatzkriterien

 

Der Board erörterte zwei Sichtweisen, die von der Forschungsgruppe herausgearbeitet worden waren, was die Beherrschung eines Bodenschatzes ausmache.

 

Sichtweise A

 

Sichtweise A besagt, dass Beherrschung das absolute Recht darstelle, das Bodenschatz- oder Öl- oder Gasvorkommen abzubauen. Diese Sichtweise impliziert, dass alle Rechte (einschließlich Genehmigungen, Lizenzen und Zulassungen), die für die Entwicklung und Produktion notwendig sind, vorliegen, einschließlich staatlicher und umweltbehördlicher Genehmigungen, Vereinbarungen mit Grundbesitzern und aller anderen, die Rechte innehaben.

 

Sichtweise B

 

Sichtweise B legt mehr Gewicht auf die unbeschränkte Fähigkeit, weitere Rechte zu beantragen und somit anderen Unternehmen den Zugang zu zukünftigem wirtschaftlichen Nutzen zu verwehren. Nach Sichtweise B liegt Beherrschung eines Bodenschatz- oder Öl- oder Gasvorkommens vor, wenn das Unternehmen einige gegenwärtige Rechte hält (beispielsweise unbeschränkte Explorationsrechte im Rahmen einer Explorationsgenehmigung) und das Recht hat, ausstehende Rechte zu beantragen die für das absolute Recht, das Bodenschatz- oder Öl- oder Gasvorkommen abzubauen, Voraussetzung sind (beispielsweise bedingte Rechte, den Bodenschatz oder das Öl oder Gas, die sich im Grund finden, zu entwickeln und zu produzieren). Per definitionem beherrscht das Unternehmen die uneingeschränkten Rechte. Die Entwicklung kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich der Feststellung, dass es eine Ressource gibt, die abgebaut werden kann (Größe, Struktur, Mineralisierung) und der Erteilung der notwendigen Genehmigungen etc.

 

Die Forschungsgruppe zog Sichtweise B vor, von der sie der Meinung ist, dass sie eher in Einklang damit stehe, wie solche Projekte in der Praxis betrieben werden. Einige Boardmitglieder zeigten Verständnis aber konnten dem Schluss nicht zustimmen. Sie sahen insbesondere Probleme hinsichtlich der Buchungseinheit (das Recht, den Bodenschatz auszubeuten, gegenüber dem Recht, zu beantragen, den Bodenschatz auszubeuten). Die Boardmitglieder wollten die Buchungseinheit wissen, bevor sie der Empfehlung des Forschungsgruppe zustimmten. Die Forschungsgruppe wird zu einem späteren Zeitpunkt mit einer überarbeiteten Empfehlung wieder vor dem Board erscheinen.

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im Juni 2008

 

Das Projektteam zu Rohstoffindustrien erläuterte die Fortschritte, die in Hinblick auf die Erstellung eines Diskussionspapiers zu den Schlüsselmerkmalen eines Bilanzierungsmodells zu bestimmten Aspekten von Mineralien- und Ölreserven und -ressourcen gemacht worden sind. Der Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Definition eines Vermögenswertes, Ansatzfragen und der Frage der Buchungseinheit.

 

Definition eines Vermögenswertes

 

Das Projektteam wies darauf hin, dass der vorgeschlagene Ansatz darauf beruhe, den Fokus auf die Definition eines Vermögenswertes im gegenwärtigen Rahmenkonzept des IASB zu legen (sowie in einem geringeren Maße auf die derzeitigen Bemühungen hinsichtlich der Überarbeitung der Definition eines Vermögenswertes im Rahmen des Projekts zum Rahmenkonzept). Dies steht im Gegensatz zum herkömmlichen Ansatz in Bezug auf die Definition eines Vermögenswertes in diesem Bereich, den Phasen eines Rohstoffprojekts.

 

Das Projektteam hatte zwei Arten von Vermögenswerten und Posten bestimmt, die in die folgenden beiden allgemeinen Kategorien fallen könnten:

 

Immaterielle Vermögenswerte: einschließlich rechtlicher Instrumente/Genehmigungen, die notwendig sind, um vorgelagerte Förderungsaktivitäten vorzunehmen (beispielsweise Bodenschatzrechte, Entwicklungsgenehmigungen, usw.), und einschließlich Informationen (wie beispielsweise geologische Daten, die das Vorhandensein von mineralischen Ressourcen in einem bestimmten Gebiet bestätigen).

 

Materielle Vermögenswerte: einschließlich Mineral-, Öl- und Gasvorkommen und Sachanlagen, die zur Förderung dieser Ressourcen notwendig sind.

 

Der Board zeigte breite Unterstützung für diesen Ansatz. Es gab jedoch reichlichen und detaillierten Diskussionsbedarf hinsichtlich der Informationen in den immateriellen Vermögenswerten und dem vorgeschlagenen Wechsel von immateriell (das Ausbeutungsrecht) zu materiell (die Vorkommen selbst).

 

Boardmitglieder wiesen darauf hin, dass Informationen allein kaum einen Vermögenswert darstellen könnten – sie könnten nur den Wert eines Vermögenswerts erhöhen.

 

Andere Boardmitglieder konnten dem nicht zustimmen und wiesen darauf hin, dass Informationen (beispielsweise die Ergebnisse geologischer Untersuchungen) verkauft werden könnten. Darauf antwortend hielten andere Boardmitglieder fest, dass Informationen sehr wohl ein Vermögenswert sein könnten, aber ohne das Recht, diese Informationen zu nutzen, seien sie wohl nicht sehr viel wert. Es schien Übereinstimmung zu herrschen, dass in diesem Zusammenhang gesetzliche Rechte vorrangig seien.

 

Das Projektteam stellte zwei Sichtweisen vor, wann Reserven und Ressourcen die Definition eines Vermögenswertes erfüllen würden. Eine Sichtweise ist, dass alle Rechte (einschließlich Genehmigungen, Lizenzen und Zulassungen), die für die Entwicklung und Ausbeutung notwendig sind, vorliegen müssen, bevor ein Rohstoffvorkommen in der Bilanz angesetzt werden kann. Das Projektteam wies darauf hin, dass dies eine sehr enge Sichtweise der Kontrolle über den Vermögenswert darstelle. Die alternative Sichtweise wäre, dass das Unternehmen ausreichend gesetzlichen Rechte auf die Bodenschätze besitzen müsse, um diese auszubeuten und anderen den Zugang zu ihnen zu verwehren, die notwendigen Zulassungen haben müsse, um das Unternehmen in die Annahme zu versetzen, dass es vernünftigerweise in der Lage sein müsste, diese Rechte auszuüben, und das unbeschränkte Recht haben müsse, sich um alle noch nicht erhaltenen Rechte oder Zulassungen zu bewerben, die von untergeordneter Bedeutung sind und voraussichtlich zeitnah erhalten werden können. Diese zweite Sichtweise wird als übereinstimmen mit dem vernünftigen wirtschaftlichen Verhalten von unternehmen und Abschlussadressaten angesehen und spiegelt höchstwahrscheinlich bedeutende Elemente der derzeitigen Marktpraxis wider.

 

Der Board schien zu akzeptieren, dass zu diesem Zeitpunkt beide Sichtweisen möglich sind, obwohl sich einige Boardmitglieder ob der plötzlichen Auswirkungen beim Ansatz der Vermögenswerte besorgt zeigten.

 

Die Diskussion wendete sich dann der Frage zu, wann ein Vermögenswert angesetzt werden sollte. Wieder wurden zwei Sichtweisen vorgestellt: Eine enge Sichtweise gründete auf einer Einschätzung, ob die Exploration und die Evaluationsaktivitäten „erfolgreich“ gewesen seien. In der alternativen Sichtweise wird der wirtschaftliche Nutzen weiter gefasst, so dass auch der mögliche Nutzen, der dem unternehmen aus dem Verkauf des Grundes entstehen würde, berücksichtigt wird. Ein Boardmitglied äußerte jedoch die Meinung, dass der Ansatz und die Bewertung der Reserven und Ressourcen als separate (materielle) Vermögenswerte nicht notwendig sei. nach Ansicht dieses Boardmitglieds sei das Einzige, das konstant bleibe, das Recht auf Ausbeutung. Sobald Rohstoffe entdeckt würde, würde das Recht auf Ausbeutung wertvoller. Die Informationsmitteilung an die Adressaten wäre deutlicher, wenn die Rechte auf Ausbeutung neu bewertet würden und nicht die Ressourcen. Dieser interessante Punkt wurde nicht weiter verfolgt, aber der Stab wird sich ihm eventuell widmen.

 

Der Board erörterte dann die Frage nach der Buchungseinheit. Allgemein schien der Board mit den Schlussfolgerungen des Stabs übereinzustimmen:

 

bullet (a) Infrastrukturelle Vermögenswerte, die weitestgehend unabhängige Kapitalströme erzeugen, werden aus der Buchungseinheit ausgeschlossen – in anderen Worten heißt das, dass die Buchungseinheit nicht größer sein kann als die nach IAS 36 bestimmte zahlungsmittelgenerierende Einheit.
bullet (b) Infrastrukturelle Vermögenswerte, die physisch und wirtschaftlich abtrennbar sind, werden aus der Buchungseinheit ausgeschlossen – dies gilt für Vermögenswerte, die realistischerweise in andere Geschäftsbetriebe verlegt werden können und die Verlegung dieser Vermögenswerte könnte wirtschaftlich gerechtfertigt werden. Im Gegensatz enthält die Gruppe der untrennbaren Vermögenswerte Vermögenswerte, die zwar physisch abtrennbar sind, für die aber gilt, dass es wirtschaftlicher ist, sie aufzugeben oder zu stillzulegen als sie physisch an einen anderen Ort zu verlegen. Beispiele hierfür wären Vermögenswerte, die einem bestimmten Ort zugeeignet sind, weil sie entweder
bullet (i) nicht leicht zu verlegen sind (Bürogebäude, Verdichter, eigens angelegte Bahnschienen etc.) und/oder
bullet (ii) zu speziell sind, als dass es einen anderen wirtschaftlichen Verwendungszweck für diese Vermögenswerte gäbe.
bullet (c) Infrastrukturelle Vermögenswerte, die andere Nutzungsdauern als die Rohstoffvorkommen haben, werden aus der Buchungseinheit ausgeschlossen.

 

Das Projektteam wird den Board das nächste Mal im September 2008 adressieren. Bis dahin wird es sich auf Angabefragen konzentrieren. Es ist immer noch beabsichtigt, im Dezember 2008 ein Diskussionspapier zu veröffentlichen.

 

 

August 2008: IFRS und die Bergbaubaubranche

Öffentlich rechenschaftpflichtige Unternehmen in Kanada müssen ihre Rechnungslegung ab 2011 auf IFRS umstellen (wahlweise auch früher, mit Zustimmung der regional zuständigen Wertpapieraufsicht sogar schon 2008). Der Übergang von den kanadischen Rechnungslegungsgrundsätzen wird sich für jedes Unternehmen anders darstellen. Gleichwohl werden bestimmte Themen und Sachverhalte in bestimmten Branchen in gleicher Weise auftreten. Unsere kanadischen Kollegen haben die Broschüre IFRS und die Bergbaubranche: die zehn wichtigsten Bilanzierungssachverhalte für kanadische Unternehmen veröffentlicht (in englischer Sprache, 264 KB). Diese Publikation enthält die Sichtweise von Deloitte zu den folgenden Sachverhalten beim Übergang auf IFRS in der Bergbaubranche:
  1. Wertminderungen
  2. Mineralische Vorkommen und Sachanlagen
  3. Rückstellungen und Verpflichtungen zur Stilllegung von Vermögenswerten (einschließlich Kosten der Entsorgung und Renaturierung)
  4. Unternehmenszusammenschlüsse, Konsolidierung und Zweckgesellschaften
  5. Joint Ventures
  6. Fremdkapitalkosten
  7. Fremdwährungsumrechnung
  8. Finanzinstrumente
  9. Ertragsteuern
  10. Erstmalige Anwendung der IFRS

 

 

Diskussion auf der IASB-Sitzung im September 2008

 

Der Zweck dieser dieser Sitzung lag darin, die Meinungen des Boards zu den folgenden Punkten einzuholen:

 

bullet Angaben zu Aktivitäten in mineralischen Substanzen oder Öl und Gas
bullet Formulierung des Diskussionspapiers

 

Der erste Teil war wie folgt gegliedert:

 

bullet Zielsetzung von Angaben zu Rohstoffaktivitäten
bullet leitende Prinzipien für Angaben im Anhang
bullet Arten von Angaben, die die Zielsetzung erfüllen würden

 

Zielsetzung von Angaben zu Rohstoffaktivitäten

 

Der Stab stellte seine vorgeschlagenen Zielsetzung von Angaben in der Rohstoffindustrie vor:

 

bullet Aussichten auf zukünftige Zahlungsströme aus den Vermögenswerten in Form von mineralischen Substanzen oder Öl und Gas
bullet derzeitiger finanzieller Erfolg des Unternehmens
bullet Art und Ausmaß der Risiken, die mit solchen Vermögenswerten verbunden sind

 

Es wurde festgehalten, dass diese Angabeziele denen in IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben ähnlich sind.

 

Einige Boardmitglieder hielten fest, dass, obwohl eines der Ziele der finanzielle Erfolg des Unternehmens sei, viele der Angabeforderungen im Vorschlag des Stabs Informationen zu Zahlungsströmen wären (nicht abgegrenzt) oder eine Volumenbewertung seien. Der Stab willigte in eine Verfeinerung der Zielsetzung ein.

 

Leitende Prinzipien für Angaben im Anhang

 

Der Stab hob hervor, dass manche Arten von Informationen über den ganzen Rohstoffsektor hinweg getätigt werden sollten; dies solle jedoch nicht bedeuten, dass sie identisch sein müssten. Stattdessen sollten sie in die gleiche Richtung gehen und innerhalb der einzelnen Branchen vergleichbar sein.

 

Der Stab setzte den Board davon in Kenntnis, dass er nicht beabsichtige, eine Trennung zwischen den Angaben im Abschluss und dem Lagebericht zu machen (der derzeit nicht Bestandteil eines IFRS-Abschlusses ist) und in diesem Punkt die Rückmeldungen der Anwender abwarten wolle.

 

Arten von Angaben, die die Zielsetzung erfüllen würden

 

Kategorien von Reserven und Ressourcen, die angegeben werden müssen

 

Der Stab stellte die Mengenangaben vor, die ihm nützlich erschienen. Es wurde vorgeschlagen, dass von den Unternehmen verlangt werden solle, zumindest die beste Schätzung der wirtschaftlich abschöpfbaren Ressourcen anzugeben. Ein Boardmitglied fragte, was die Bedeutung von wirtschaftlich abschöpfbar sei. Der Stab antwortete, dass dies darauf abziele, die Wahrscheinlichkeit mit einzubeziehen, da viele Unternehmen auf der Grundlage von „bewiesen + wahrscheinlich“ arbeiten würden, und dies war als die sachgerechteste Information empfohlen worden, die man zur Verfügung stellen könne.

 

Ein anderes Boardmitglied fragte, was mit der besten Schätzung gemeint sei. Der Stab solle prüfen, ob nicht ein anderer Ausdruck verwendet werden könne, damit eine Verwechselung mit bestehenden IFRS-Ausdrücken vermieden würde. Es wurde auch gefragt, ob einen Sensitivitätsanalyse für die angegebenen Zahlen notwendig sei. Ein Boardmitglied wies darauf hin, dass Preisveränderungen einen Einfluss auf die Menge haben würden und dass das eine nützliche Information sei.

 

Es schien allgemeine Zustimmung zum Vorschlage des Stabs zu herrschen.

 

Unterteilung von Mengen

 

Der Stab schlug vor, Angaben zu Mengen nach Art des Vorkommens und nach geografischer Lage zu fordern. Diese Mengen sollten Segmenten zugeordnet werden. Es wurde darauf hingewiesen, dass Ölsandabbau separat von anderen Ölreserven dargestellt werden sollten, da die Ausbeutung von Ölsand sehr kostenintensiv sei. Es wurde auch hervorgehoben, dass zwar die geografische Unterteilung in der Ölindustrie nicht auf Einzelfeldbasis möglich sei, aber dass diese Vorgehensweise bei mineralischen Ressourcen gang und gäbe sei. Der Board erörterte kurz, wie Vereinbarungen über gemeinsame Produktion zu behandeln seien.

 

Es wurde außerdem vorgeschlagen, dass Unternehmen, die mineralische Ressourcen abbauen, vorgeschrieben werden sollte, dass sie Informationen auf Grundlage ihrer einzelnen Förderstätten angeben sollten, um Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit in der Branche zu gewährleisten.

 

Zuweisung von Reservemengen

 

Der Stab stellte die vorgeschlagene Behandlung hinsichtlich der Zuweisung von Reserven vor, die den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzuweisen sind. Er schlug zwei Ansätze vor:

 

bullet nur der Eigenkapitalanteil des Mutterunternehmens an den Reserven und/oder
bullet Minderheitenanteile an den Reserven

 

Der Board erörterte, ob der vom Stab gewählte Ansatz im Einklang mit dem Unternehmenskonzept in den IFRS stehe. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob Minderheitenanteile als Eigenkapital zu sehen sind. Der vorgeschlagene Ansatz wäre einzigartig, da normalerweise in den Angaben nicht zwischen Mehrheits- und Minderheitsanteilseignern unterschieden werde.

 

Es wurde auch erörtert, ob zeitliche Beschränkungen offengelegt werden sollten und wie man mit erwarteten Verlängerungen umgehen solle.

 

Zugrundeliegende Annahmen für Reserveschätzungen

 

Der Stab erläuterte die Angaben zu den Schlüsselannahmen, die bei der Schätzung von Reserven verwendet würden. Es wurde vorgeschlagen, dass zumindest der Rohstoffpreis angegeben werden solle. Die Grundlage für die Schätzung des Rohstoffpreises könnten folgende Parameter bilden:

 

bullet die Sichtweise eines Marktteilnehmers,
bullet die Erwartungen der Unternehmensführung oder
bullet ein historischer Durchschnitt.

 

Ein Boardmitglied gab an, dass es sich Angaben auf der Grundlage von Kassakursen wünschen würde zusammen mit den Erwartungen von Marktteilnehmern.

 

Der Board erörterte die Vor- und Nachteile der Ansätze und schien die Sichtweise eines Marktteilnehmers zu bevorzugen.

 

Jahresüberleitung Veränderungen der Mengen

 

Der Stab setzte den Board davon in Kenntnis, dass er eine im Wesentlichen quantitative Überleitung der Veränderungen der Reserven vorschlagen würde, um den Adressaten ein besseres Verständnis der Art und des Umfangs von Schätzungsunsicherheiten zu geben. Die Mindestpositionen einer solchen Überleitung wären die folgenden:

 

bullet Funde und Ausweitungen,
bullet Änderungen früherer Schätzungen,
bullet Produktion von mineralischen Ressourcen oder Öl und Gas;
bullet Erwerb von Reserven durch den Kauf von Vorkommen von mineralischen Ressourcen oder Öl- und Gasvorkommen und
bullet Veräußerung von Reserven durch Veräußerung oder Übertragung.

 

Es wurde festgehalten, dass es weitere Unterteilungen geben muss, um die Nützlichkeit dieser Informationen zu verbessern. Der Board schien dem zuzustimmen.

 

Wertbasierte Informationen

 

Der Stab wies darauf hin, dass die vorigen Angeben keinen Hinweis auf die Beträge zukünftiger Zahlungsströme geben würden, die die Reserven generieren können. Die Angeben würden vom Ansatz und der Bewertung der mineralischen und Öl- und Gas-Vermögenswerte abhängen. Der Stab umriss zwei Ansätze, die davon anhingen, ob die Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert/Marktwert oder zu Anschaffungskosten bewertet werden.

 

Es wurde vorgeschlagen, dass eine standardisierte Marktwertbewertung eingesetzt werden könne. Der Stab hob hervor, dass es sich dabei nicht um eine Schätzung des beizulegenden Zeitwerts handele. Vielmehr liege das Ziel darin, die Variabilität und die Kosten der Erstellung einer solchen Schätzung zu reduzieren.

 

Die Boardmitglieder baten den Stab, in dem Diskussionspapier deutlich zu machen, dass die Angaben zu Vermögenswerten aus mineralischen Reserven und Öl und Gas in Abhängigkeit des verwendeten Bewertungsattributs abweichen würden.

 

Andere Arten von wertbasierten Informationen

 

Der Stab schlug vor, dass in dem Diskussionspapier auch eine Alternative zum Ansatz über den Marktwert enthalten sein solle. Nach diesem Ansatz würden den Adressaten Informationen zur Kostenstruktur und zur erwarteten Produktion zur Verfügung gestellt. Nach Ansicht des Stabs würde das den Adressaten erlauben, ihre eigenen Bewertungen vorzunehmen. Der Board schien dem zuzustimmen.

 

Sensitivitätsanalyse

 

Der Stab schlug vor, Sensitivitätsanalysen zu verlangen, um den Adressaten zu ermöglichen, die Unsicherheiten bei Mengenschätzungen einzuschätzen. Der Board schien dem zuzustimmen.

 

Zeitreihen zu Explorations-, Entwicklungs- und betriebsbedingt entstandenen Kosten

 

Es wurde vorgeschlagen, Zeitreiheninformationen zu bestimmten entstandenen Kosten zu verlangen. Als Antwort auf die frage eines Boardmitglieds wurde erklärt, dass es sich um barmittelbasierte Informationen handele. Ein möglicher Zeithorizont könne bei fünf Jahren liegen.

 

Der Stab gab dann einen kurzen Bericht über eine Sitzung mit der Initiative „Publish what you pay‟ („Veröffentliche, was Du zahlst‟). Es wurde deutlich, dass die initiative um Änderungen bei den länderspezifischen Angaben und ausführlichere Kostenangaben gebeten hat.

 

Formulierung des Diskussionspapiers

 

Der Stab setzte den Board davon in Kenntnis, dass er beabsichtige, nur die Ansichten des Stabs darzustellen und keine vorläufigen Sichtweisen des Boards. Es solle als IASB-Dokument veröffentlicht werden. Es solle außerdem eine Erklärung geben, warum das Projekt unternommen worden sei, und eine Reihe von Fragen. Der Stab führte den Board durch die vorgeschlagene Struktur des Papiers und erläuterte die Sichtweisen, die der Stab vertreten würde. Der Board schien dem gewählten Ansatz zuzustimmen.

 

Der Vorsitzende dankte dem Stab und hob die hervorragende geleistete Arbeit hervor.

 

 

August 2009: Rohstoffindustrien – Rohentwurf eines Diskussionspapiers

Der IASB hat auf seiner Internetseite den Rohentwurf eines Diskussionspapiers zu Rohstoffindustrien eingestellt. Der Entwurf wurde von einer Projektgruppe erstellt, in der Stabsmitarbeiter der nationalen Standardsetzer aus Australien, Kanada, Norwegen und Südafrika zusammenkamen. In dem Papier werden Rechnungslegungssachverhalte im Zusammenhang mit der Suche nach und dem Finden von Mineralien, Öl- und Erdgasvorkommen, der Entwicklung dieser Vorkommen sowie der Förderung der Mineralien, des Öls und des Erdgases behandelt. In dem Papier wird ausgeführt, dass ein Fehlen umfassender IFRS-Literatur zu diesem Thema dazu beigetragen hat, dass sich unter den IFRS unterschiedliche Handhabungen herausgebildet haben. In dem Papier werden die Sachverhalte einer Durchsicht unterzogen und Empfehlungen der Projektgruppe ausgesprochen. Das Papier wird lediglich zu Informationszwecken eingestellt – Stellungnahmen werden nicht erbeten. Der IASB plant, um Stellungnahmen zu den Vorschlägen der Projektgruppe erst im ersten Quartal 2010 zu ersuchen. Das Projekt ist derzeit noch nicht Teil des aktiven Arbeitsprogramms des IASB. Der IASB hat sich darauf verständigt, dass, wenn er das Projekt zu Rohstoffindustrien auf seine Agenda nimmt, er das Diskussionspapier als erste Stufe seines Standardsetzungsprozesses ansehe. In diesem Fall würde der IASB als nächste Projektphase einen Standardentwurf herausgeben.

Zu den wesentlichen Vorschlägen in dem Rohentwurf gehören die folgenden:
bullet Ansatz von Vermögenswerten. Die Projektgruppe schlägt vor, dass juristisch durchsetzbare Rechte wie beispielsweise Such- und Schürfrechte die Grundlage für einen Mineralien- bzw. Öl-und-Gas-Vermögenswert sein sollten. Der Vermögenswert wird aktiviert, wenn das juristisch durchsetzbare Recht erworben wird. Informationen, die man aus nachfolgender Suche, Evaluationstätigkeiten und Entwicklungsarbeiten erlangt, die unternommen werden, um Zugang zu den Mineral- bzw. Öl- und Gasvorkommen zu erlangen, würden sämtlich als Erhöhungen des juristisch durchsetzbaren Vermögensrechts behandelt.
bullet Bewertung. Die Sichtweise der Projektgruppe sieht so aus, dass diese Vermögenswerte zu historischen Kosten bewertet werden sollten und dass zusätzlich ausführliche Angaben über die Vermögenswerte in Form von Mineralien resp. Öl und Gas geleistet werden sollten, um die Relevanz des Abschlusses zu erhöhen.
bullet Bilanzierungsobjekt. Der Sichtweise der Arbeitsgruppe zufolge würde die geografische Grenze des Bilanzierungsobjekts entsprechend den gehaltenen Schürfrechten definiert. In dem Maße, wie Such-, Evaluations- und Entwicklungsarbeiten stattfinden, wird sich das Bilanzierungsobjekt solange zunehmend verkleinern, bis es maximal einem einzelnen Gebiet oder einer Gruppe an zusammenhängenden Gebieten entspricht, für die juristisch durchsetzbare Rechte gehalten und die eigenständig geführt werden und von denen erwartet wird, dass sie im Großen und Ganzen voneinander unabhängige Zahlungsströme generieren.

Hier kommen Sie zur Projektseite auf der Internetseite des IASB, von der der Entwurf heruntergeladen werden kann.

 

 

April 2010: IASB veröffentlicht Diskussionspapiers

Der IASB hat auf seiner Internetseite ein Diskussionspapier zu Rohstoffindustrien eingestellt. Das Papier wurde von einer Projektgruppe erstellt, in der Stabsmitarbeiter der nationalen Standardsetzer aus Australien, Kanada, Norwegen und Südafrika zusammenkamen. In dem Papier werden Rechnungslegungssachverhalte im Zusammenhang mit der Suche nach und dem Finden von Mineralien, Öl- und Erdgasvorkommen, der Entwicklung dieser Vorkommen sowie der Förderung der Mineralien, des Öls und des Erdgases behandelt. Das Diskussionspapier stellt nur die Sichtweise der Arbeitsgruppe dar; es ist nicht als vorläufige Sichtweise des Boards anzusehen. Nach Erwägung der Stellungnahmen, die zu dem Diskussionspapier eingehen wird der Board entscheiden, ob das Projekt auf die aktive Agenda genommen werden soll. In der Presseerklärung des IASB heißt es:

Der gegenwärtige Standard, IFRS 6 Exploration und Evaluierung von mineralischen Ressourcen, wurde 2004 als Zwischenstandard veröffentlicht und soll bei Abschluss dieses Projekts ersetzt werden. Die bestehenden IFRS widmen sich nicht ausdrücklich der Bilanzierung der Erschließung und dem Abbau von Mineralien, Ölen und Gasen und enthalten keine spezifischen Angabevorschriften, die den Adressaten dabei helfen würden, die Art und das Ausmaß der Risiken einzuschätzen, die mit den Erschließungs- und Förderungsaktivitäten verbunden sind. Aufgrund des Mangels an Leitlinien, weichen die Bilanzierungs- und Angabepraxis von Unternehmen der Rohstoffindustrie oft nach Branche, Rechtskreis und Unternehmensgröße voneinander ab. Im heute veröffentlichten Dokument wird erörtert, wie ein möglicher Standard zu Rohstoffindustrien sich diesen Sachverhalten annehmen und dadurch die Relevanz und die Vergleichbarkeit von Abschlüssen verbessern kann.

Die Kommentierungsfrist zum Diskussionspapier endet am 30. Juli 2010. Folgende Dokumente stehen Ihnen in englischer Sprache zur Verfügung:

bullet Diskussionspapier zu Rohstoffindustrien (1,32 MB)
bullet Presseerklärung des IASB (101 KB)
bullet Ein Snapshot, in dem die Inhalte des Diskussionspapier kurz zusammengefasst werden (169 KB)

 

 

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