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Tagesordnungen und Ergebnisprotokolle vergangener IASB-Sitzungen
Sondersitzung des IASB-Boards 5. Mai 2009

 

Tagesordnung der IASB-Boardsitzung

Der IASB hielt am 5. Mai 2009 eine Sondersitzung in seinen Londoner Geschäftsräumen ab. Weil die Sitzung kurzfristig anberaumt wurde, haben einige Boardmitglieder telefonisch teilgenommen. Infolge der Renovierungsarbeiten, die gegenwärtig am Sitzungsraum des IASB vorgenommen werden, wurden zu dieser Sitzung keine Beobachter zugelassen. Die Sitzung wurde allerdings per Audio-Webcast im Internet übertragen. Der einzige Tagesordnungspunkt der Sitzung lautet:

Aufzählung Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Ersetzung von IAS 39

Der Board diskutierte die Folgebewertung von Finanzinstrumenten auf der Grundlage abgezinster Zahlungsströme (eine Alternative zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert auf der Grundlage eines Abgangspreises). Die Sitzung war als Lehreinheit angelegt, und der Board wurde nicht um Entscheidungen gebeten.

Die Materialien, die vom IASB für die Beobachter zur Verfügung gestellt wurden, können Sie hier herunterladen.

 

Das offizielle Ergebnisprotokoll für diese Sitzung in englischer Sprache können Sie demnächst von der Website des IASB herunterladen (IASB Update).

 

Mitschrift von der Sondersitzung des IASB-Boards
5. Mai 2009

 

Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Umfassendes Projekt

 

Der Stab führte in die Sitzung ein, indem er den Board daran erinnerte, dass die Boards auf der Gemeinsamen Boardsitzung im März 2009 vorläufig entschieden hätten, drei mögliche Bewertungsmodelle zu erwägen:

Aufzählung (a) beizulegender Zeitwert (als Abgangspreis definiert);
Aufzählung (b) andere Folgebewertungsmethoden auf der Grundlage abgezinster Zahlungsströme (DCF-Folgebewertungsmethode); und
Aufzählung (c) fortgeführte Anschaffungskosten (einschließlich Wertminderungen).

Auf der Aprilsitzung 2009 hatte der IASB die fortgeführten Anschaffungskosten und mögliche Wertminderungsansätze erörtert. Diese Diskussion wird auf der Maisitzung des IASB fortgesetzt.

Das Ziel der Sondersitzung bestand in einer öffentlichen Lehreinheit zur DCF-Folgebewertungsmethode. Sie stellte eine Gelegenheit für den Board dar, Fragen zu der Methode zu stellen und um weitere Informationen zu bitten, die sie brauchen könnten, um das Modell zu verstehen.

Der Stab gab an, dass der FASB die Methode am morgigen Tag erörtern und er mit den Rückmeldungen aus dieser Sitzung versorgt werden würde. Weitere Diskussionen zu dem Modell werden bei zukünftigen IASB-Sitzungen abgehalten.

Mit dem Agendapapier des IASB für diese Sitzung wurde auch ein Papier, das der Stab des FASB ausgearbeitet hat, ausgeteilt, in dem die DCF-Folgebewertungsmethode beschrieben wurde – in dem Papier des FASB-Stabs als 'Gegenwartswert-Bewertungsmethode' bezeichnet. In dem Papier wird Folgendes ausgeführt:

Die Gegenwartswert-Bewertungsmethode basiert auf dem Gedanken, einen Wert für einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit auf der Grundlage des Barwerts erwarteter zukünftiger Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit zu berechnen. Der mit dieser Methode so berechnete Wert basiert nicht auf einem Tauschpreis, sondern auf der Grundlage der in dem Instrument festgeschriebenen Zahlungsströme, die ein Unternehmen durch Einsammlung von oder Zahlung durch die Gegenpartei des Instruments realisieren würde. Der Sinn dieser Methode besteht in der Bereitstellung einer Alternative zum beizulegenden Zeitwert für bestimmte Instrumente in bestimmten Situationen und nicht darin, den beizulegenden Zeitwert in allen Situationen zu ersetzen.

Der Stab meinte, dass dieses Modell nicht als Ersatz für die Methode des beizulegenden Zeitwerts gedacht sei. Der Vorsitzende bat sodann jedes einzelne Boardmitglied um Eingaben.

Eine Reihe von Boardmitgliedern drückte Bedenken dahingehend aus, wie die Risikoprämie in dem Modell berechnet würde. Sie waren sich im Unklaren darüber, wie diese Berechnung erfolge. Ein Boardmitglied bat den Stab auch um eine Klarstellung, welche weitergehenden Leitlinien erforderlich seien, um sicherzustellen, dass das vorgestellte Modell einheitlich angewendet werden könne, um Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

Unter Bezugnahme auf die Gegenwartswert-Bewertungsmethode in dem Papier des Stab beschrieb ein Boardmitglied dies als 'arithmetische Magie'. Viele Boardmitglieder verliehen ihren Bedenken Ausdruck bei dieser Methode. Eine Reihe von Boardmitgliedern äußerte Bedenken dahingehend, wie Methode 2 operationalisiert würde. Ein Boardmitglied fragte, warum diese Methode drei Szenarien enthielte, wenn sie insgesamt prima arbeiten würde. Dasselbe Boardmitglied fragte, wie es möglich sei, einen Zahlungsstrom von mehr als $100.000 zu erhalten.

In Bezug auf die Gegenwartswert-Bewertungsmethode fragten viele Boardmitglieder, ob dies ein unternehmensspezifischer oder ein marktbasierter Maßstab sei. Eine Reihe von Boardmitgliedern bat den Stab um Klarstellung, wie oder warum die beiden Methoden zu unterschiedlichen Antworten führten. Einige Boardmitglieder stellten fest, dass sie glaubten, dass die Zielsetzung beider Methoden zur gleichen Antwort führen würde. Ein Boardmitglied fragte, ob aus praktischer Sicht heraus die Methoden tatsächlich angewendet werden könnten.

Eine Boardmitglieder fragten, wann das Modell denn tatsächlich angewendet würde – jederzeit oder nur in mildernden Umständen? Andere Boardmitglieder fragten, ob das Modell nur für Stufe-3-Schätzungen angewendet würde. Der Vorsitzende stellte fest, dass das Verständnis, wann das Modell zur Anwendung gelange, kritisch sei. Ferner stellte er fest, dass es wichtig sei zu verstehen, wo das Modell hineinpasse – ist es eine dritte Methode oder ein Ersatz für fortgeführte Anschaffungskosten?

Der Stab dankte dem Board für die Rückmeldungen und wird die Fragen und Anmerkungen an den Stab des FASB weiterleiten. Ein Boardmitglied schloss mit der Feststellung, dass die Kommentare, die die Boardmitglieder getätigt hätten, schwer zu beantworten seien.

 

Diese Zusammenfassung basiert auf Notizen, die von Beobachtern bei der Sitzung gemacht wurden. Sie sind nicht als offizielle oder endgültige Zusammenfassung zu verstehen.

 

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